Die Auswahl einer Handcreme beschränkt sich nicht auf Fragen der Textur oder des Dufts. Eine gute Formulierung muss in erster Linie die Hautbarriere unterstützen, ein ausreichendes Feuchtigkeitsniveau aufrechterhalten und die Haut vor alltäglichen Belastungen schützen. Dafür können mehrere Kriterien die Wahl leiten, abhängig von den spezifischen Bedürfnissen der Haut der Hände und von ihrem Zustand zum Zeitpunkt der Anwendung.
Eine Kombination sich ergänzender feuchtigkeitsspendender Inhaltsstoffe bevorzugen.
Eine feuchtigkeitsspendende Creme beruht in der Regel auf drei Arten von Wirkstoffen: Feuchthaltemitteln, wie Glycerin oder Harnstoff, die Wasser in das Stratum corneum ziehen, Emollientien, wie Ceramide oder bestimmte Fettsäuren, die die Haut geschmeidig machen und ihre lipidische Struktur wiederherstellen, sowie okklusive Stoffe, auch Filmbildner genannt, wie Pflanzenöle, die den transepidermalen Wasserverlust begrenzen. Diese Kombination ermöglicht es, sowohl die Zufuhr als auch die Speicherung von Feuchtigkeit zu beeinflussen.
Wählen Sie eine Formulierung, die den kutanen pH-Wert respektiert.
Die Haut weist einen leicht sauren pH-Wert auf, der in der Regel zwischen 4,5 und 5,5 liegt. Dieser ist entscheidend für die optimale Funktion der an der Lipidsynthese beteiligten Enzyme und für die Aufrechterhaltung des Hautmikrobioms. Eine Handcreme, die in diesem pH-Bereich formuliert ist, trägt dazu bei, die Integrität der Hautbarriere zu bewahren und Ungleichgewichte zu begrenzen.
Begrenzung potenziell reizender Inhaltsstoffe.
Da die Hände häufig empfindlich sind, kann es vorzuziehen sein, Formulierungen zu vermeiden, die Duftstoffe oder bestimmte Konservierungsstoffe mit sensibilisierendem Potenzial enthalten. Ebenso wie ätherische Öle können Duftstoffe nämlich Allergene wie Linalool, Limonen oder Citral enthalten, die bei empfindlicher Haut Reaktionen auslösen können, insbesondere wenn sie oxidiert sind.
Es können auch bestimmte Konservierungsstoffe beteiligt sein, wie Isothiazolinone, zum Beispiel Methylisothiazolinon oder Methylchlorisothiazolinon, die für ihr sensibilisierendes Potenzial bekannt sind, oder auch bestimmte Formaldehydabspalter. Wir empfehlen Ihnen daher, möglichst einfache Handcremes zu verwenden, die mit wenigen Inhaltsstoffen formuliert sind und weder Duftstoffe noch ätherische Öle enthalten, insbesondere dann, wenn Sie eine empfindliche, zu Atopie neigende Haut haben oder zu Ekzemen neigen.
Die Textur und Reichhaltigkeit der Creme an den eigenen Bedarf anpassen.
Leicht trockene Haut kommt mit einer leichten, schnell einziehenden Textur aus, etwa einer Milch oder einer fluiden Creme, die in der Regel reich an Feuchthaltemitteln wie Glycerin oder Hyaluronsäure ist. Diese ziehen Wasser in die Hornschicht und halten es dort, ohne einen zu stark okklusiven Film zu hinterlassen. Im Gegensatz dazu benötigt sehr trockene, geschädigte oder zu Rissen neigende Haut reichhaltigere Formulierungen, die mehr Lipide enthalten, um die Hautbarriere zu regenerieren, etwa Ceramide und pflanzliche Butterarten, zum Beispiel Sheabutter und Mangobutter.
Die reichhaltigen Balsam- oder Creme-Texturen sind in diesem Fall besonders geeignet, da sie rückfettende Wirkstoffe mit okklusiven Komponenten kombinieren, die einen schützenden Film bilden und den Wasserverlust begrenzen. Diese Art von Formulierung ist insbesondere in der Winterzeit interessant, wenn fallende Temperaturen und eisiger Wind die Austrocknung verstärken und die Haut der Hände zusätzlich empfindlich machen.
Die Creme zum richtigen Zeitpunkt und regelmäßig anwenden.
Die Wirksamkeit einer Handcreme hängt ebenfalls von der Häufigkeit ihrer Anwendung ab. Es wird empfohlen, sie nach jedem Händewaschen aufzutragen, wenn die Haut anfälliger für Austrocknung ist. Eine Anwendung am Abend, in einer dickeren Schicht, kann außerdem eine bessere Regeneration der Hautbarriere während der Nacht fördern.
Die passende Handcreme für die eigene Situation auswählen.
Wenn die Haut der Hände besonders angegriffen ist – sehr trocken, empfindlich oder zu Erkrankungen wie Ekzemen neigend – ist es ratsam, auf Formulierungen zurückzugreifen, die speziell zur Wiederherstellung der Hautbarriere entwickelt wurden. Diese Cremes enthalten in der Regel einen hohen Anteil rückfettender Substanzen sowie beruhigende Wirkstoffe wie Panthenol oder Allantoin, die dazu beitragen, Entzündungen zu verringern und das Hautempfinden zu verbessern.
In bestimmten besonderen Fällen, wie bei Kontaktallergien, insbesondere gegen Metalle (Nickel, Chrom), können sogenannte „Barriere“-Cremes ebenfalls hilfreich sein. Diese Formulierungen zielen darauf ab, den direkten Kontakt zwischen der Haut und den Allergenen zu begrenzen, indem sie einen Schutzfilm auf der Oberfläche der Epidermis bilden. Auch wenn sie die Vermeidungsmaßnahmen nicht ersetzen, können sie eine interessante Ergänzung für Personen darstellen, die regelmäßig diesen Substanzen ausgesetzt sind (Schmuck, Werkzeuge, berufliches Umfeld). In jedem Fall empfehlen wir Ihnen bei anhaltenden Symptomen wie Rötungen, Juckreiz oder sogar Rissen, den Rat einer medizinischen Fachkraft einzuholen, um die Auswahl Ihrer Handcreme bestmöglich anzupassen.