Nach dem Auftragen verdunstet das in der Creme enthaltene Wasser allmählich und hinterlässt auf der Hautoberfläche einen Film aus Lipiden, feuchtigkeitsspendenden Substanzen und anderen nicht flüchtigen Verbindungen. Dieser Film trägt dazu bei, die Haut geschmeidiger, besser hydratisiert und stärkt ihre Barrierefunktion.
Hilfsstoffe, unverzichtbare, aber häufig wenig bekannte Bestandteile.
Jenseits ihrer Emulsionsstruktur beruht eine Feuchtigkeitscreme auf einer Reihe von Hilfsstoffen unerlässlich für ihre Langzeitstabilität und gute Hautverträglichkeit. Diese Substanzen, größtenteils ohne biologische Wirkung, erfüllen jedoch essenzielle Funktionen. Einige ermöglichen die homogene Vermischung der wässrigen und ölhaltigen Phase, andere erhalten die Viskosität, wieder andere verhindern mikrobiellen Befall, dienen der pH-Anpassung oder schützen empfindliche Inhaltsstoffe vor Oxidation.
Eine stabile Formulierung erfordert mehrere Kategorien komplementärer Wirkstoffe, darunter Emulgatoren, Verdickungsmittel und Konservierungsmittel, Lösungsmittel und pH-Regulatoren.
Ihre Beschaffenheit, ihre Konzentration und ihre Wechselwirkungen bestimmen direkt die Textur des Produkts, seine Auftragbarkeit und seine Haltbarkeit. Die wässrige Phase, die in zahlreichen Cremes den Hauptanteil ausmacht, bildet die Grundlage der Formulierung und dient als Träger für wasserlösliche Verbindungen. Sie wird üblicherweise mit Polymeren oder Geliermitteln kombiniert, die die Viskosität erhöhen und die Emulsion stabilisieren. Die lipophile Phase hingegen enthält verschiedene pflanzliche oder synthetische Fette, die zur Kohäsion der Pflegecreme beitragen und deren sensorische Eigenschaften beeinflussen. Das Gleichgewicht zwischen diesen beiden Phasen hängt stark vom Emulgatorsystem, dem eigentlichen Dreh- und Angelpunkt der Formulierung : es bestimmt nicht nur die physikalische Stabilität der Creme, sondern auch, wie die Wirkstoffe freigesetzt werden und auf der Haut wahrgenommen werden.
Emulgatoren spielen eine entscheidende Rolle: Dank ihrer amphiphilen Struktur, die ihnen sowohl Affinität zu Wasser als auch zu Lipiden verleiht, stabilisieren sie die Dispersion von Mikroöltröpfchen im Wasser (oder umgekehrt) und verhindern im Laufe der Zeit eine Phasentrennung. Verdickungsmittel, gleichgültig ob polymerer, kohlenhydrat- oder lipidischer Herkunft, erhöhen hingegen die Viskosität der Formulierung, verbessern deren Stabilität, Sinneswahrnehmung und die Ausbildung eines homogenen Films auf der Hautoberfläche. Zudem hemmen Konservierungsmittel die Vermehrung von Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen, die das Produkt beeinträchtigen oder Hautreaktionen auslösen könnten, und tragen so zur mikrobiologischen Sicherheit der Pflege während der gesamten Anwendungsdauer bei. Schließlich ist der Anpassung des pH-Werts auf etwa 4,5 bis 5,5, nahe dem pH-Wert der Haut, ein entscheidender Parameter, um die Integrität des Mikrobioms zu erhalten und nicht die Epidermis zu reizen.
Auch wenn diese Hilfsstoffe für den Anwender oft unsichtbar bleiben, bilden sie die funktionelle Architektur der Feuchtigkeitscreme und bestimmen ihre Stabilität, ihre Verträglichkeit, aber auch ihre Wirksamkeit.
Hydratisierende Wirkstoffe: Humektantien, Emollientien und Okklusiva.
Über die Struktur der Creme hinaus beruht die feuchtigkeitsspendende Wirksamkeit vor allem auf drei großen Gruppen ergänzender Inhaltsstoffe : den Humektantien, den Emollientien und den okklusiven Wirkstoffen. Ihre Kombination ermöglicht es, gleichzeitig die Wasserversorgung, die Geschmeidigkeit der Haut und die Begrenzung von Feuchtigkeitsverlusten zu beeinflussen – drei Mechanismen, die im Zentrum der Aufrechterhaltung der Hautfeuchtigkeit stehen. Eine gut formulierte Feuchtigkeitscreme vereint diese verschiedenen Inhaltsstoffe, um die natürlichen Mechanismen der Hautbarriere bestmöglich nachzubilden, durch Biomimetismus.
Feuchthaltemittel sind Moleküle, die dazu fähig sind Wasser in der Hornschicht anzuziehen und zu binden Dank ihrer hygroskopischen Eigenschaften. Zu den am häufigsten verwendeten gehören Glycerin, Sorbitol, Harnstoff oder auch Hyaluronsäure. Durch die Erhöhung des Wassergehalts der Epidermis verbessern sie die Hautgeschmeidigkeit, reduzieren Spannungsgefühle und unterstützen die optimale Funktion der an der Zellregeneration beteiligten Enzyme. Ihre Wirksamkeit hängt jedoch stark vom Umfeld ab: In sehr trockener Atmosphäre können sie Wasser aus tieferen Hautschichten entziehen, anstatt Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft aufzunehmen, weshalb es ratsam ist, sie mit anderen feuchtigkeitsspendenden Wirkstoffen zu kombinieren.
Emollientien, die meist aus pflanzlichen Lipiden, Fettsäureestern oder Buttern bestehen, wirken hauptsächlich indem sie die Hautoberfläche aufweichen und die Zwischenräume zwischen den Korneozyten auffüllen. Diese Wirkung stellt den Zusammenhalt der Hautbarriere wieder her, verbessert die Geschmeidigkeit und reduziert die Schuppung. Im Gegensatz zu Humektantien erhöhen sie nicht direkt den Wassergehalt der Haut, sondern schaffen ein Hautmilieu, das die Hydratation unterstützt.
Okklusivstoffe oder Filmbildner bilden einen Schutzfilm auf der Oberfläche der Epidermis, der die Verdunstung von Wasser aus der Hornschicht verlangsamt. Substanzen wie Vaseline, bestimmte Wachse oder pflanzliche Butter sind besonders effektiv, um diese Verdunstung zu reduzieren und die Hautbarriere zu stärken.
Die manchmal in Feuchtigkeitscremes verwendeten Additive.
Ergänzend enthalten manche Cremes Additive, die darauf abzielen, die Benutzererfahrung zu verbessern oder die Produktintegrität im Verlauf der Zeit zu schützen. Bei Präparaten mit ranzigkeitsanfälligen Pflanzenölen finden sich insbesondere Antioxidantien, wie beispielsweise Vitamin E, die die Lipidoxidation begrenzen. Weitere Additive erfüllen hauptsächlich sensorische Funktionen. Duftstoffe beispielsweise verleihen eine olfaktorische Signatur, die von vielen Anwendern geschätzt wird, während bestimmte Farbstoffe das visuelle Erscheinungsbild des Produkts unterstützen. Allerdings können Duftstoffe auch eine Ursache für Hautsensibilisierungen sein, insbesondere bei reaktiver Haut oder kontaktallergischen Neigungen. Aus diesem Grund bevorzugen Formulierungen für empfindliche Haut verzichten häufig auf Duftstoffe, um das Reizrisiko zu minimieren.
Die Konzeption einer Feuchtigkeitscreme basiert üblicherweise auf einer modularen Architektur, die es erlaubt, die Formulierung an unterschiedliche Bedürfnisse anzupassen, ohne ihre grundlegende Struktur zu verändern.