Die biphasischen Seren zeichnen sich durch ihre einfache, aber raffinierte Struktur aus, in der zwei unterschiedliche Phasen – eine wässrige und eine ölhaltige – koexistieren, im Gegensatz zu den meisten Seren, die entweder wässrig oder ölig sind. Vor jeder Anwendung müssen diese beiden Phasen geschüttelt werden, um sich kurzzeitig zu vermischen und eine leichte, instabile Emulsion zu bilden. Diese Dualität folgt einer wissenschaftlichen Logik, nämlich gleichzeitig der Haut Feuchtigkeit und Nährstoffe zu bieten. Die wässrige Phase, oft bestehend aus Wasser, Pflanzenextrakten oder wasserlöslichen Wirkstoffen wie Hyaluronsäure oder Glycerin, versorgt die oberen Schichten des Epidermis. Im Gegensatz dazu enthält die ölhaltige Phase Fette, wie Pflanzenöle, Ester oder Squalan, deren Funktion darin besteht, den hauteigenen Lipidfilm zu stärken und den Wasserverlust zu begrenzen.
Im Gegensatz zu herkömmlichen wässrigen Seren, die oft leicht, aber wenig okklusiv sind, ermöglichen biphasische Formulierungen dank filmbildender Substanzen eine langanhaltende Hydratation, indem sie die Verdunstung von Wasser aus der Hornschicht verlangsamen. Diese okklusive Wirkung reicht jedoch nicht aus, um die Haut vollständig vor Dehydrierung zu schützen, weshalb auf die Anwendung eines biphasischen Serums stets die Verwendung einer Feuchtigkeitscreme folgen sollte. Biphasische Seren unterscheiden sich zudem von reinen öligen Seren, deren Textur von Misch- oder fettiger Haut. Biphasische Seren reproduzieren so das Verhalten des natürlichen hydrolipidischen Films: eine dünne, semipermeable Schicht aus Wasser und Lipiden.
Biphasische Seren antizipieren bereits das Konzept der Biomimetik.
Diese Vorgehensweise wurde kürzlich durch eine klinische Studie bestätigt, die ein biphasisches Serum mit 17,5 % Pflanzenölen, 61 % Wasser, 2 % Panthenol, 2,7 % Glycerin und Hyaluronsäure untersuchte. Der Versuch wurde an 8 Freiwilligen über 14 Tage durchgeführt und hatte zum Ziel, die Veränderungen der Hydratation der Hornschicht und den transepidermalen Wasserverlust zu messen. Die Messungen erfolgten mithilfe eines Corneometers und eines Tewameters. Die Ergebnisse, die in der untenstehenden Tabelle dargestellt sind, zeigten eine signifikante und rasche Verbesserung der Hautbarrierefunktion in der Gruppe, die das biphasische Serum verwendete, während in der Kontrollgruppe keine signifikanten Veränderungen beobachtet wurden.
Auswirkungen der Anwendung eines biphasischen Serums auf die Hautfeuchtigkeit.
Quelle : KUREK-GORECKA A. & al. Assessment of the moisturizing potential of a two-phase topical care product containing vegetable oils, glycerin, panthenol, and sodium hyaluronate – A preliminary studies. Acta Poloniae Pharmaceutica (2022).
Diese Ergebnisse bestätigen die Wirksamkeit eines zweiphasigen Serums mit Feuchthaltemitteln und Lipiden zur Verbesserung der Hautfeuchtigkeit und zur Stärkung der Hautbarrierefunktion.