Die Falten entsprechen sichtbaren Veränderungen der Hautoberfläche, resultierend aus fortschreitenden und tiefgreifenden Umwandlungen der Struktur der Haut. Klassischerweise unterscheidet man dynamische Falten, oder mimische Falten, die durch wiederholte Kontraktionen der Gesichtsmuskulatur hervorgerufen werden, und statische Falten, die selbst in Ruhe erhalten bleiben und auf eine dauerhafte Beeinträchtigung des Hautgewebes hinweisen. Obwohl ihr Auftreten multifaktoriell bedingt ist, beruht ihre Entstehung in erster Linie auf einem fortschreitenden Ungleichgewicht zwischen Synthese, Organisation und Abbau der Bestandteile der extrazellulären Matrix.
Zu den auffälligsten Veränderungen, die in der alternden Haut zählen die quantitativen und strukturellen Veränderungen der Kollagenfasern. In junger Haut ist das Kollagen reichlich vorhanden, dicht und in intakten Fibrillen organisiert, was der Haut optimale mechanische Festigkeit verleiht. Mit zunehmendem Alter werden diese Fasern allmählich fragmentiert, dicker und unorganisiert, was die Dermisarchitektur schwächt. Außerdem ist der TGF-β-Signalweg, der die Produktion von Kollagen und anderen Strukturkomponenten stimuliert, mit dem Alter zunehmend beeinträchtigt, was zu einer Verringerung der Kollagensynthese führt und die Dichteminderung der Dermis verstärkt.
Dieses Phänomen beruht auf einem doppelten Ungleichgewicht: einer verstärkten Kollagendegradation in Verbindung mit einer verminderten Kollagensynthese, was zu einem Nettoverlust an Kollagen in der Dermis führt.
Die Zersetzung von Kollagen wird größtenteils durch Matrix-Metalloproteinasen (MMPs) vermittelt, eine Enzymfamilie, die in der Lage ist Proteine der extrazellulären Matrix zu spalten. Bestimmte MMPs, insbesondere MMP-1, initiieren die Fragmentierung der Kollagenfasern des Typs I und III, die in menschlicher Haut dominierend sind. Sobald diese Fasern fragmentiert sind, übernehmen andere MMPs den weiteren Abbau. Zahlreiche Studien zeigen außerdem eine mit dem Alter einhergehende generelle Erhöhung der MMP-Expression, ohne dass ihre natürlichen Inhibitoren, die TIMPs, proportional zunehmen. Dies bestätigt insbesondere die Arbeit von QUAN und seinem Team, die Hautbiopsien von 12 Freiwilligen im Alter von 25 bis 30 Jahren und von 12 weiteren Freiwilligen über 80 Jahre untersucht haben.