Das Fieberbläschen, auch als Herpes labialis bezeichnet, wird durch das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) verursacht.
Dieses Virus wird übertragen ausschließlich von einem Menschen auf einen anderen, meist durch direkten Kontakt mit Speichel (Kuss, gemeinsames Benutzen von Besteck, enger Körperkontakt). Die Primärinfektion erfolgt in der Regel im Kindesalter, zwischen 6 Monaten und 4 Jahren und bleibt häufig unbemerkt. In einigen Fällen kann sie jedoch als schmerzhafte herpetische Gingivo-Stomatitis auftreten, begleitet von hohem Fieber und Schleimhautläsionen.
Einmal infiziert, wird HSV-1 niemals vollständig vom Organismus eliminiert. Nach der Erstphase wandert er entlang der sensiblen Nervenfasern und verbleibt in latenter Form in den Ganglien. Er kann dann monatelang oder jahrelang inaktiv bleiben, bevor er sich reaktiviert. Bei dieser Reaktivierung wandert das Virus wieder zur Haut oder zur Lippenschleimhaut ab und verursacht das Auftreten charakteristischer Bläschen, die in einem „Bouquet“ auf gerötetem Grund angeordnet sind.
Mehrere Faktoren begünstigen diese Reaktivierungen. Zu den am häufigsten identifizierten zählen eine Infektion, eine intensive Sonnen- oder Kälteeinwirkung, Stress, Müdigkeit, ein lokales Trauma (zahnärztliche Eingriffe, rissige Hautstellen) oder eine Schwächung der Immunabwehr (Erkrankung, Kortikoid- oder Immunsuppressivaeinnahme). Diese Situationen scheinen das lokale immunologische Gleichgewicht zu stören und es dem latenten Virus zu ermöglichen, seine Aktivität wieder aufzunehmen.
Anmerkung : Es ist wichtig, HSV-1 von HSV-2 zu unterscheiden, das für Genitalherpes verantwortlich ist. Im Fall eines Fieberbläschens ist tatsächlich HSV-1 die Ursache.