Die Cellulite resultiert aus einem Geflecht komplexer biologischer Mechanismen, an denen sowohl genetische, hormonelle und strukturelle Faktoren. Sie ist mit einem speziellen Aufbau des subkutanen Fettgewebes verbunden, in dem die Adipozyten dazu tendieren, ihr Volumen zu vergrößern und dabei Druck auf das umgebende Bindegewebe auszuüben. Parallel dazu kann eine Veränderung der Fasern des Kollagen und eine weniger effiziente Mikrozirkulation können den Flüssigkeitsabfluss einschränken und eine lokale Retention fördern. All diese Phänomene führen zum unregelmäßigen Erscheinungsbild, das typischerweise als "Orangenhaut" bezeichnet wird.
In diesem Kontext werden bestimmte pflanzliche Öle hinsichtlich ihrer Fähigkeit untersucht, die Hautbarriere und die mechanischen Eigenschaften der Haut zu verbessern, unter denen das Kokosnussöl. Gewonnen aus dem Fruchtfleisch der reifen Kokosnuss (Cocos nucifera), zeichnet sie sich durch einen hohen Gehalt an mittelkettigen Fettsäuren aus, insbesondere Laurinsäure (ca. 49 %), Myristinsäure (18 %) und Caprylsäure (8 %), ergänzt durch geringere Mengen an Ölsäure und Linolsäure.
Diese Lipidzusammensetzung verleiht demKokosöl erhebliche feuchtigkeitsspendende und okklusive Eigenschaften, die die Hautgeschmeidigkeit verbessern können und theoretisch das Erscheinungsbild von Cellulite optisch mildern, ohne jedoch ihre tieferliegenden Ursachen zu beeinflussen.
Laut einer 2022 veröffentlichten Übersichtsarbeit werden bestimmte pflanzliche Öle, darunter Kokosöl, als vielversprechend in kosmetischen Ansätzen gegen Cellulite genannt. Es ist jedoch hervorzuheben, dass sich diese Übersichtsarbeit hauptsächlich auf experimentelle, mechanistische oder indirekte Daten stützt und nicht auf klinische Studien, die einen direkten und messbaren Anti-Cellulite-Effekt beim Menschen nachweisen. Die Autoren schlagen mehrere hypothetische biologische Mechanismendurch die Kokosöl dazu beitragen könnte, das Erscheinungsbild der von Cellulite betroffenen Haut zu verbessern.
Bezüglich der extrazellulären Matrix könnte Kokosöl die Synthese bestimmter Strukturproteine unterstützen, wie zum Beispiel Kollagen und Elastin, durch eine Verbesserung des Hautmilieus (Hydratation, lipidärer Schutz), ohne dass eine direkte stimulierende Wirkung auf deren Bildung formell nachgewiesen wurde in vivo. Ebenso könnte es durch die Stärkung der Barrierefunktion und Begrenzung der Dehydrierung indirekt zum Erhalt der mechanischen Integrität der extrazellulären Matrix beitragen, ein wichtiger Faktor für die Festigkeit und Spannkraft der Haut und damit für das Erscheinungsbild von Cellulite.
Außerdem erwähnen die Autoren einen potenziellen entzündungshemmenden Effekt, der hauptsächlich bestimmten mittelkettigen Fettsäuren und ihren Derivaten wie Monolaurin zugeschrieben wird. Theoretisch könnte die Verringerung einer niedriggradigen Entzündung vorteilhaft sein, da chronische Entzündungen die extrazelluläre Matrix schädigen und die Mikrozirkulation stören können, zwei Aspekte, die an der Pathophysiologie der Cellulite beteiligt sind. Schließlich könnte das Vorhandensein von Verbindungen mit moderater antioxidativer Aktivität dazu beitragen, den oxidativen Stress lokal, ein bekannter Faktor, der die Hautstrukturen im Laufe der Zeit schwächen kann.
Insgesamt erweist sich Kokosöl eher als unterstützender Wirkstoff denn als Inhaltsstoff, der in der Lage wäre, Cellulite im eigentlichen Sinne zu behandeln.
Hinweis : Wenn Cellulitis schmerzhaft wird oder sich unerwartet verändert, sollte ein Dermatologe konsultiert werden. Anhaltende Schwellungen oder Rötungen können auf eine zugrunde liegende Erkrankung wie eine infektiöse Cellulitis hinweisen und erfordern eine medizinische Behandlung.