Die seborrhoische Dermatitis ist eine häufige entzündliche Hauterkrankung, die vor allem die an Talgdrüsen reichen Areale betrifft, wie die Kopfhaut, das Gesicht – insbesondere die Nasenflügel und Augenbrauen –, den oberen Rumpf sowie den Bereich hinter den Ohren. Sie äußert sich in der Regel durch Rötungen, weißliche oder gelbliche Schuppen sowie Juckreiz unterschiedlicher Intensität. Auf der Kopfhaut ist sie häufig mit Schuppen assoziiert. Die seborrhoische Dermatitis ist multifaktoriell bedingt: Sie entsteht insbesondere durch ein Zusammenspiel von Talgproduktion, einer kutanen Entzündungsreaktion und der Vermehrung von Hefen der Gattung Malassezia, Mikroorganismen, die natürlicherweise an der Hautoberfläche vorkommen, aber problematisch werden können, wenn sie sich übermäßig vermehren.
Bis heute sind die wissenschaftlichen Belege, die die Verwendung von Kokosöl bei der seborrhoischen Dermatitis unterstützen, weiterhin begrenzt.
Einige Arbeiten deuten jedoch auf interessante Ansatzpunkte hin, insbesondere in Bezug auf das Gleichgewicht des Mikrobioms der Kopfhaut. Eine metagenomische Studie befasste sich insbesondere mit der Wirkung der Anwendung von Kokosöl auf das Mikrobiom der Kopfhaut. Die Studie verfolgte 140 Frauen, davon 70 mit Schuppen, über 16 Wochen, darunter 12 Wochen Behandlung mit Kokosöl und 4 Wochen Nachbeobachtung. Die Forschenden analysierten nahezu 900 Proben, um die Veränderungen in der bakteriellen und fungalen Zusammensetzung der Kopfhaut zu beobachten. Die Ergebnisse zeigten, dass die regelmäßige Anwendung von Kokosöl das mikrobielle Ökosystem veränderte: Sie war insbesondere mit einer Zunahme bestimmter kommensaler Bakterien der Kopfhaut, wie Cutibacterium acnes, sowie mit einer Modulation des Vorkommens von Hefen der Gattung Malassezia verbunden.
Diese Ergebnisse sind interessant, da die seborrhoische Dermatitis eng mit einem Ungleichgewicht des Hautmikrobioms verbunden ist, insbesondere mit einer Vermehrung von Malassezia-Hefen.
Die Fähigkeit von Kokosöl, dieses Ökosystem zu modulieren, könnte daher theoretisch dazu beitragen, das Milieu der Kopfhaut zu verbessern. Diese Ergebnisse müssen jedoch mit Vorsicht interpretiert werden. Die Studie zeigt vor allem Veränderungen des Mikrobioms, ohne eindeutig nachzuweisen, dass sich die entzündlichen Symptome verbessern. Es bleibt daher schwierig zu behaupten, dass Kokosöl eine wirksame Behandlung der seborrhoischen Dermatitis darstellt. Außerdem kann aufgrund seiner reichhaltigen, okklusiven Textur Kokosöl, wenn es pur aufgetragen wird, mitunter das fettige Erscheinungsbild der Kopfhaut oder bereits talgreicher Areale verstärken, was bei seborrhoischer Dermatitis kontraproduktiv sein kann.
Wenn Sie an seborrhoischer Dermatitis leiden, können Sie auf antimykotische Shampoos mit Ketoconazol, Ciclopirox-Olamin oder Pirocton-Olamin zurückgreifen. Wenn die Symptome anhalten, zögern Sie nicht, einen Gesundheitsfachmann um Rat zu fragen.