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Effet photoprotecteur sur les cheveux de l'huile de coco.

Kokosöl, um das Haar vor der Sonne zu schützen?

Die UV-Strahlen der Sonne beeinflussen nicht nur die Haut: Sie können auch das Haar schädigen und es trockener, rauer und brüchiger machen. Während Sonnencreme unsere Haut schützt, stellt sich die Frage: Wie steht es um den Schutz unserer Haare? Kokosöl, bekannt für seine nährenden Eigenschaften, wird mitunter als natürlicher Schutzschild gegen Umwelteinflüsse dargestellt. Doch kann es Ihr Haar tatsächlich vor der Sonne schützen? Finden wir es gemeinsam heraus.

Veröffentlicht am 13. März 2026, aktualisiert am 13. März 2026, von Andjela, Chemieingenieurin — 6 Minuten Lesezeit

Kokosöl als natürliche Haarlösung gegen UV-Strahlung?

Wenn das Haar der Sonne ausgesetzt ist, ist es nicht ungewöhnlich, das Auftreten hellerer Reflexe oder eine leichte natürliche Aufhellung zu beobachten, die oft mit dem Sommer in Verbindung gebracht wird. Hinter diesem ästhetischen Effekt verbergen sich jedoch chemische Veränderungen der Haarfaser. UV-Strahlen können nämlich mit den Haarproteinen, insbesondere mit Keratin, interagieren und die Oxidation bestimmter Aminosäuren auslösen. Diese Photodegradation schwächt nach und nach die Haarstruktur und kann die Disulfidbrücken beeinträchtigen, die für die mechanische Festigkeit verantwortlich sind. Darüber hinaus begünstigt die UV-Exposition die Bildung freier Radikale, die eine Oxidation der Haarpigmente sowie einen Abbau der schützenden Lipide in der Cuticula verursachen. Mit der Zeit können sich diese Prozesse in trockenerem, matterem und brüchigerem Haar äußern.

Viele haben verstanden, dass es wichtig ist, ihr Haar vor den sommerlichen Belastungen zu schützen, und wenden sich dafür pflanzlichen Ölen zu, insbesondere Kokosöl.

Seit Langem in der traditionellen Haarpflege eingesetzt, wird Kokosöl für seine nährenden und schützenden Eigenschaften geschätzt. Sein Reichtum an mittelkettigen Triglyzeriden, insbesondere an Laurinsäure, verleiht ihm eine besondere Affinität zur Haarfaser. Im Gegensatz zu bestimmten pflanzlichen Ölen, die im Wesentlichen an der Oberfläche des Haars verbleiben, kann Kokosöl relativ leicht in die Haarfaser eindringen, sodass es im Inneren des Cortex und nicht nur auf Ebene der Kutikula wirken kann.

Eine experimentelle Studie untersuchte die Fähigkeit verschiedener Fettsäuren, in coloriertes Haar einzudringen und die Haarfaser zu schützen. Die Forschenden verglichen Haarbehandlungen, die mittelkettige Fettsäuren (C8, C10 und C12), langkettige Fettsäuren (C14, C16 und C18) sowie Kokosöl und Öl mit einem hohen Gehalt an mittelkettigen Triglyzeriden (MCT) enthielten. Die Ergebnisse zeigten, dass mittelkettige Fettsäuren deutlich besser in die Haarfaser eindrangen als langkettige Fettsäuren. Kokosöl, das reich an Laurinsäure (C12) ist, wies eine Penetrationsfähigkeit auf, die mit der von MCT-Ölen vergleichbar war. Diese verstärkte Penetration ermöglicht es, die Mikrofrakturen der Haarfaser teilweise aufzufüllen und den Proteinverlust zu begrenzen, was dazu beiträgt, die mechanische Widerstandsfähigkeit des Haares zu erhöhen.

Images par microscopie électronique de cheveux non-traités (VH) et décolorés (BH) avant et après 21 jours de traitements avec des huiles riches en acides gras.

Elektronenmikroskopische Aufnahmen von unbehandeltem Haar (VH) und blondiertem Haar (BH) vor und nach 21 Tagen Behandlung mit Ölen, die reich an Fettsäuren sind.

Quelle : AHN C. & al. Determination of penetration and protection of fatty acids in bleached hair according to the fatty acid chain length and the application to understanding the protective effects of MCT oil and coconut oil. Fashion and Textiles (2023).

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Darüber hinaus haben einige Studien ebenfalls nahegelegt, dass Kokosöl über eine geringe Photoprotektionskapazität verfügt, mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) zwischen 1 und 7. Dies deutet darauf hin, dass es einen kleinen Teil der UV-Strahlen absorbieren kann, doch bleibt dieser Schutz im Vergleich zu herkömmlichen Sonnenschutzfiltern sehr begrenzt.

7,119

LSF von Kokosöl, in vitro bestimmt von CHAUHAN & al.

1,2

LSF von Kokosöl in vivo bestimmt von MARTINIAKOVA & al.

0,004

In-vitro-bestimmter Lichtschutzfaktor (LSF) von Kokosöl nach MARTINIAKOVA et al.

Allerdings belegt bisher keine wissenschaftliche Studie, dass Kokosöl das Haar tatsächlich vor sonnenbedingten Schädigungen schützen kann. Zwar können seine weichmachenden Eigenschaften und seine Fähigkeit, in die Haarfaser einzudringen, dazu beitragen, das Haar zu nähren und einer Austrocknung entgegenzuwirken, doch diese Effekte stellen keinen zuverlässigen Schutz vor UV-Strahlung dar. Um die Gesundheit der Haarfaser während Phasen intensiver Sonneneinstrahlung zu erhalten, bleiben andere Schutzmaßnahmen weiterhin unverzichtbar.

Tipps zum Schutz der Haare vor Sonneneinstrahlung.

  • Tragen eines Hutes, einer Mütze oder eines Kopftuchs zum körperlichen Schutz.

  • Verwenden Sie Haarpflegeprodukte mit UV-Filtern, die speziell zur Protektion der Haarfaser formuliert sind.

  • Vermeiden Sie es, sich mit nassen Haaren, die empfindlicher sind, der Umgebung auszusetzen.

  • Regelmäßig nährende und reparierende Pflege anwenden, um den Lipidverlust auszugleichen und die Feuchtigkeitsversorgung des Haars aufrechtzuerhalten.

  • Die langfristige Sonnenexposition begrenzen, insbesondere zu den Zeiten, in denen die UV-Strahlung am intensivsten ist.

Quellen

Diagnostic

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