Wenn das Haar der Sonne ausgesetzt ist, ist es nicht ungewöhnlich, das Auftreten hellerer Reflexe oder eine leichte natürliche Aufhellung zu beobachten, die oft mit dem Sommer in Verbindung gebracht wird. Hinter diesem ästhetischen Effekt verbergen sich jedoch chemische Veränderungen der Haarfaser. UV-Strahlen können nämlich mit den Haarproteinen, insbesondere mit Keratin, interagieren und die Oxidation bestimmter Aminosäuren auslösen. Diese Photodegradation schwächt nach und nach die Haarstruktur und kann die Disulfidbrücken beeinträchtigen, die für die mechanische Festigkeit verantwortlich sind. Darüber hinaus begünstigt die UV-Exposition die Bildung freier Radikale, die eine Oxidation der Haarpigmente sowie einen Abbau der schützenden Lipide in der Cuticula verursachen. Mit der Zeit können sich diese Prozesse in trockenerem, matterem und brüchigerem Haar äußern.
Viele haben verstanden, dass es wichtig ist, ihr Haar vor den sommerlichen Belastungen zu schützen, und wenden sich dafür pflanzlichen Ölen zu, insbesondere Kokosöl.
Seit Langem in der traditionellen Haarpflege eingesetzt, wird Kokosöl für seine nährenden und schützenden Eigenschaften geschätzt. Sein Reichtum an mittelkettigen Triglyzeriden, insbesondere an Laurinsäure, verleiht ihm eine besondere Affinität zur Haarfaser. Im Gegensatz zu bestimmten pflanzlichen Ölen, die im Wesentlichen an der Oberfläche des Haars verbleiben, kann Kokosöl relativ leicht in die Haarfaser eindringen, sodass es im Inneren des Cortex und nicht nur auf Ebene der Kutikula wirken kann.
Eine experimentelle Studie untersuchte die Fähigkeit verschiedener Fettsäuren, in coloriertes Haar einzudringen und die Haarfaser zu schützen. Die Forschenden verglichen Haarbehandlungen, die mittelkettige Fettsäuren (C8, C10 und C12), langkettige Fettsäuren (C14, C16 und C18) sowie Kokosöl und Öl mit einem hohen Gehalt an mittelkettigen Triglyzeriden (MCT) enthielten. Die Ergebnisse zeigten, dass mittelkettige Fettsäuren deutlich besser in die Haarfaser eindrangen als langkettige Fettsäuren. Kokosöl, das reich an Laurinsäure (C12) ist, wies eine Penetrationsfähigkeit auf, die mit der von MCT-Ölen vergleichbar war. Diese verstärkte Penetration ermöglicht es, die Mikrofrakturen der Haarfaser teilweise aufzufüllen und den Proteinverlust zu begrenzen, was dazu beiträgt, die mechanische Widerstandsfähigkeit des Haares zu erhöhen.