Kokosöl ist reich an gesättigten Fettsäuren und wird häufig eingesetzt, um die Hautbarriere zu stärken. Doch ist sein okklusiver Charakter mit fettiger Haut vereinbar? Sollte man es anwenden oder besser meiden? Lassen Sie uns das gemeinsam klären.

Kokosöl ist reich an gesättigten Fettsäuren und wird häufig eingesetzt, um die Hautbarriere zu stärken. Doch ist sein okklusiver Charakter mit fettiger Haut vereinbar? Sollte man es anwenden oder besser meiden? Lassen Sie uns das gemeinsam klären.
Das Kokosöl besteht überwiegend aus mittelkettigen Triglyceriden, wobei die Laurinsäure etwa 45 bis 50 % der Fettsäuren ausmacht. Diese Fettsäure besitzt eine dokumentierte antimikrobielle Aktivität, insbesondere gegen Cutibacterium acnes, ein an der Entzündung von Akne-Läsionen beteiligtes Bakterium. Sie zeigt zudem entzündungshemmende Eigenschaften, die bestimmte Hautreaktionen modulieren können.
Auf theoretischer Ebene könnten diese Eigenschaften einen potenziellen Nutzen von Kokosnussöl für fettige und/oder zu Unreinheiten neigende Haut nahelegen.
Darüber hinaus wirkt das Kokosöl als emollientes und okklusives Mittel. Durch die Bildung eines Lipidfilms auf der Hautoberfläche begrenzt es den transepidermalen Wasserverlust und stärkt vorübergehend die Hautbarriere. Eine dehydrierte Haut kann jedoch manchmal durch gesteigerte Talgproduktion kompensieren. In diesem Sinne könnte die Wiederherstellung der Hydratation indirekt dazu beitragen, das talgbedingte Ungleichgewicht typischer fettiger Hauttypen.
In der Praxis weist das Kokosöl stellt einen hohen Komedogenitätsindex (oft mit 4 von 5 angegeben) dar, was bedeutet, dass es die Verstopfung der Poren bei fettiger oder zu Akne neigender Haut begünstigen. Sein hoher Lipidgehalt und seine okklusive Wirkung können die Ansammlung von Talg und Keratin im Follikel verstärken, wodurch ein Umfeld entsteht, das die Bildung von Komedonen begünstigt. Somit ist es trotz seiner antimikrobiellen und beruhigenden Eigenschaften aufgrund seines dichten Lipidprofils in der Regel wenig geeignet für fettige Haut, insbesondere wenn es unverdünnt angewendet wird.
Obwohl Kokosöl theoretisch einige Vorteile aufweist, ist es nicht zwangsläufig die am besten geeignete Option für fettige Haut, insbesondere bei zu Akne neigender Haut oder häufiger Porenverstopfung. Für diesen Hauttyp eignen sich leichtere Pflanzenöle mit geringem Komedogenitätsrisiko und einem Lipidprofil, das dem des Sebums menschlichen, sind in der Regel vorzuziehen.
Das Jojobaöl, zum Beispiel, handelt es sich um ein flüssiges Wachs, dessen Struktur der von natürlich im Sebum vorkommenden Wachsestern sehr ähnlich ist. Diese biologische Affinität ermöglicht es ihm, die Hautbarriere zu stärken, ohne einen deutlichen okklusiven Effekt zu erzeugen. Es wird oft als sebumregulierend beschrieben, das heißt, es könnte helfen, die Talgproduktion durch die Talgdrüsen. Dennoch sind die wissenschaftlichen Belege noch zu gering, um dies zu bestätigen.
Traubenkernöl, reich an Linolsäure, weist eine leichte, schnell eindringende Textur auf. Linolsäure ist für fettige Haut besonders interessant, da im Talg akneanfälliger Haut ein relativer Mangel dieser Fettsäure nachgewiesen wurde. Das Öl verbessert so die Qualität des Hydrolipidfilms, während es gleichzeitig das Risiko von Komedonen einschränkt.
Das Haselnussöl, auch bei Misch- bis fettiger Haut sehr gut verträglich, besitzt eine trockene Haptik und eine Zusammensetzung aus ungesättigten Fettsäuren, die eine schnelle Aufnahme fördert. Es bietet einen emollienten Effekt ohne anhaltendes Fettgefühl und ohne die Poren zu verstopfen.
Diese Öle neigen weniger dazu, die Poren zu verstopfen und die Entstehung von Komedonen zu begünstigen.
Hinweis : In einer Feuchtigkeitscreme korrekt formuliert, kann Kokosöl für fettige Haut vorteilhaft sein. Es ist alles eine Frage des Verhältnisses zu den anderen Inhaltsstoffen der Pflege. Bei reinem Kokosöl ist jedoch erhöhte Vorsicht geboten.
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