Die Cellulite entspricht einer Veränderung der Struktur des Haut- und Unterhautgewebes, die sich visuell durch das Auftreten von Dellen zeigt, meist an Oberschenkeln, Gesäß oder Bauch. Entgegen der landläufigen Meinung beruht sie nicht allein auf einer übermäßigen Fettmasse, sondern auf einem Zusammenspiel von Fettgewebe, Mikrozirkulation und extrazellulärer Matrix. Klassischerweise unterscheidet man drei Typen von Cellulite: die adipöse Cellulite, bedingt durch eine Volumenzunahme der Adipozyten, die ödematöse Cellulite, assoziiert mit Wassereinlagerungen und einer Störung des Lymphabflusses, und die fibröse Cellulite, tiefer sitzend und oft schwieriger zu reduzieren, charakterisiert durch eine Fibrose des Bindegewebes. Diese unterschiedlichen Typen können nebeneinander bestehen und erklären die Vielfalt der Erscheinungsbilder und Entwicklungsverläufe der Cellulite.
Bis heute sind die wissenschaftlichen Nachweise, die Schwarzkümmelöl eine Anti-Cellulite-Wirkung zuschreiben, spärlich.
Dennoch können einige bekannte Mechanismen von Schwarzkümmelöl ein theoretisches Interesse wecken, insbesondere im Rahmen der adipösen Cellulite. Diese Form der Cellulite ist tatsächlich mit einer Hypertrophie der Adipozyten, mit einem oxidativen Stress lokal und mit niedriggradigen Entzündungsprozessen verbunden. Die antioxidativen Eigenschaften des Schwarzkümmelöls könnten dazu beitragen, die Lipidperoxidation zu begrenzen und ein ausgewogeneres Gewebemilieu zu erhalten, während seine antiinflammatorisch aktiven Verbindungen, wie die Thymoquinon, theoretisch an der Modulation bestimmter Entzündungswege beteiligt sein könnten, die an der Expansion des Fettgewebes mitwirken. Diese Effekte bleiben jedoch indirekt und verfolgen eher einen präventiven Ansatz als eine gezielte Wirkung gegen bereits etablierte Dellen.
Einige experimentelle Daten liefern Denkanstöße. Eine Studie untersuchte die anti-adipogenetischen und hypolipämischen Effekte von Nigella sativa im metabolischen Kontext. In vitro, behandelten die Autoren 3T3-L1-Präadipozyten mit einem methanolischen Extrakt aus Schwarzkümmel-Samen, was zu einer signifikanten Verringerung der Lipidakkumulation ohne zytotoxische Effekte führte, verbunden mit einer Abnahme der Expression adipogenetischer Faktoren wie PPARγ und C/EBP. Diese Ergebnisse deuten auf eine Fähigkeit von Nigella sativa die Adipozytendifferenzierung zu hemmen, ein potenziell interessanter Mechanismus im Rahmen der Fettzellulitis.