Auch als oberflächliche Lipodystrophie bekannt, ist die Cellulite das Ergebnis einer abnormalen Ansammlung von Fett, Wasser oder Toxinen in der Haut und beeinträchtigt die Struktur des Fettgewebes. Die daraus resultierende Entzündung führt zu einem unansehnlichen Hautbild, ähnlich dem einer Orangenhaut. Abhängig von der Ursache unterscheidet man drei Formen der Cellulite : die adipöse Cellulite, bedingt durch eine übermäßige Fettspeicherung, die ödematöse Cellulite, bei der Fettgewebe zusätzlich Wasser einlagert, und die fibröse Cellulite, bei der sich im Fettgewebe fibrotische Stränge bilden. In der Regel ungefährlich, kann Cellulite jedoch Schmerzen verursachen, die durch die Verfestigung des Gewebes und den Druck auf die Nervenendigungen entstehen.
Die Cellulite, besonders in ihrer fibrösen Form, ist sehr schwer zu beseitigen. Daher ist es ratsam, ihr vorzubeugen, indem man sich abwechslungsreich ernährt und regelmäßig körperlich aktiv ist.
Einige natürliche Ansätze werden gelegentlich zur Bekämpfung von Cellulite angeführt, darunter das Aloe-Vera-Gel. Gewonnen aus den Blättern von Aloe barbadensis, dieses Gel wird traditionell in der Kosmetik für seine beruhigenden und feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften verwendet, doch sein potenzieller Nutzen bei der Behandlung von Cellulite wirft ebenfalls Fragen auf.
Direkte Untersuchungen zur Wirkung von Aloe vera auf Cellulite sind noch begrenzt, doch haben einige Extrakte hypolipidemische Effekte gezeigt, das heißt die Fähigkeit, die Ansammlung von Lipiden zu reduzieren und ihren Stoffwechsel zu verbessern, was theoretisch dazu beitragen könnte, die an der Cellulite beteiligten Fettdepots zu begrenzen. Mehrere Mechanismen wurden vorgeschlagen. Die in Aloe vera nur schlecht im Darm absorbiert werden, aber an Cholesterin binden und dessen Resorption hemmen können, wodurch sie zur Senkung der Blutfettwerte beitragen. Außerdem werden bestimmte Anthrachinone wie Barbaloin und Isobarbaloin im Kolon in aktive Metaboliten umgewandelt, darunter Aloe-Emodin. Diese Verbindung besitzt insbesondere laxative Eigenschaften über die Hemmung der Na⁺/K⁺-ATPase, wodurch die Wasserresorption eingeschränkt wird, aber auch eine hemmende Wirkung auf die Urokinase entfaltet, ein Enzym, das an der Angiogenese beteiligt ist. Diese unterschiedlichen biologischen Effekte könnten indirekt den Lipidstoffwechsel beeinflussen.
Auch wenn diese Mechanismen im Rahmen einer oralen Aufnahme beobachtet wurden, liegen bisher keine wissenschaftlichen Daten vor, die bestätigen, dass sie sich reproduzieren, wenn man Gel von Aloe vera auf die Haut aufträgt.
Bei topischer Anwendung wird Aloe Vera vor allem für seine feuchtigkeitsspendende Wirkung geschätzt, die auf seinem Reichtum an Polysacchariden beruht, welche Wasser in der Hornschicht binden und vorübergehend die Barrierefunktion stärken können. Eine besser mit Feuchtigkeit versorgte, geschmeidigere und glattere Haut kann dann visuell den Eindruck einer abgeschwächten „Orangenhaut“ vermitteln, ohne jedoch die Struktur des darunterliegenden Fettgewebes der Haut.
Es kann hingegen ein indirekter Effekt im Zusammenhang mit der Massage während der Anwendung in Betracht gezogen werden. Aufgrund seiner viskosen Beschaffenheit dient Aloe-Vera-Gel als Massagemedium und erleichtert mechanische Techniken wie das Palpieren und Rollen. Diese Methode zielt darauf ab, subkutanes Gewebe zu mobilisieren, Fettansammlungen zu lockern und die Blut- sowie Lymphzirkulation zu stimulieren, was zu einer vorübergehenden Verbesserung des Erscheinungsbilds von Cellulite beitragen kann.