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Propriétés antibactériennes de l'huile de coco.

Kokosöl : ein wirksames antibakterielles Mittel?

Von der oralen Gesundheit bis hin zur Hautpflege erregen die antibakteriellen und antiseptischen Eigenschaften von Kokosöl erhebliches Interesse. Doch wie wirkt es genau gegen Bakterien und sind seine Effekte mit denen etablierter antimikrobieller Wirkstoffe vergleichbar? Lassen Sie uns dieser Frage gemeinsam nachgehen.

Veröffentlicht am 27. Februar 2026, aktualisiert am 27. Februar 2026, von Andjela, Chemieingenieurin — 9 Minuten Lesezeit

Das Wesentliche im Überblick.

  • Das Kokosöl besitzt antibakterielle Eigenschaften, die hauptsächlich auf seinen Reichtum an Laurinsäure und Monolaurin, in der Lage, die Membranen bestimmter Bakterien zu verändern, insbesondere grampositiver wie Staphylococcus aureus.

  • Experimentelle Studien deuten ebenfalls auf eine Aktivität gegen Cutibacterium acnes, ein an Akne beteiligtes Bakterium.

  • Bei zu Akne neigender Haut kann seine okklusive und komedogene Wirkung seinen Nutzen einschränken, auch wenn seine isolierten Bestandteile im Labor eine antibakterielle Aktivität zeigen.

  • In der Mund- und Zahngesundheit hat Kokosöl, angewendet als Mundspülung („Oil Pulling“), eine Reduktion von Streptococcus mutans gezeigt, die mit der von Chlorhexidin vergleichbar ist.

  • Trotz dieser vielversprechenden Ergebnisse ersetzt Kokosnussöl nicht klinisch validierte Antiseptika oder Antibiotika, insbesondere bei einer diagnostizierten Infektion.

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Verfügt Kokosöl über antibakterielle Eigenschaften?

Das Kokosöl ist ein pflanzliches Öl, das überwiegend aus mittelkettigen Triglyzeriden besteht, wobei Laurinsäure etwa 45 bis 50 % des Lipidanteils ausmacht. Neben seinen nährenden Effekten besitzt es interessante antibakterielle Eigenschaften. Letztere beruhen hauptsächlich auf der Anwesenheit von Laurinsäure und ihrem Derivat Monolaurin. Laurinsäure kann mit den Lipiden der bakteriellen Membran interagieren, wodurch ihre strukturelle Integrität beeinträchtigt wird. Diese Membranstörung führt zu einer erhöhten Zellpermeabilität, die zur Lyse und zum Absterben der Bakterien führen kann. Diese Wirkung zeigt sich besonders deutlich bei grampositiven Bakterien wie Staphylococcus aureus, deren Membranstruktur sie gegenüber dieser Form des Lipidangriffs anfälliger macht.

Monolaurin, das aus Laurinsäure gebildet wird, weist ebenfalls eine signifikante antimikrobielle Aktivität auf. Es kann in die bakterielle Zellwand eindringen, den Zellstoffwechsel stören und die membranären Austauschprozesse verändern essenziell für das Überleben des Mikroorganismus. Weitere mittelkettige Fettsäuren im Kokosöl, insbesondere Caprinsäure, Caprylsäure und Capronsäure, tragen ebenfalls zu dieser Aktivität bei, indem sie bakterielle Lipidmembranen angreifen. Über diese direkte Wirkung hinaus deuten einige wissenschaftliche Daten darauf hin, dass das Kokosöl könnte eine immunmodulierende Wirkung ausüben, indem es die phagozytische Aktivität von Makrophagen erhöht und damit indirekt zur antimikrobiellen Abwehr beiträgt.

Das Zusammenwirken dieser Mechanismen – direkte Membranveränderung und Modulation der Immunantwort – erklärt, warum Kokosöl als natürliches antimikrobielles Mittel untersucht wird. Dennoch hängt seine Wirksamkeit von den Einsatzbedingungen, der Konzentration und der Art der Zielbakterien ab.

Orale Gesundheit: Kokosöl als Mundspülung?

Das Kokosöl wird häufig als Mundspülung verwendet, um ein "Oil Pulling" durchzuführen, eine Praxis der traditionellen ayurvedischen Medizin.

Diese Methode besteht darin, eine kleine Menge pflanzlichen Öls mehrere Minuten im Mund zirkulieren zu lassen, bevor man es ausspuckt. Diese Technik wird als Mittel zur Reduktion der oralen bakteriellen Belastung, zur Verbesserung der Mundhygiene und zur Begrenzung von Zahnfleischentzündungen. Mit dem Kornblumenhydrolat, ist Kokosöl heute einer der am häufigsten in diesem Zusammenhang verwendeten natürlichen Extrakte, aufgrund seines Gehalts an Laurinsäure und seiner mutmaßlichen antimikrobiellen Eigenschaften.

Vor diesem Hintergrund untersuchte eine klinische Studie die antibakterielle Wirksamkeit von Kokosöl im Vergleich zu Chlorhexidin, einem etablierten oralen Antiseptikum. Die Studie umfasste 50 Mädchen im Alter von 8 bis 12 Jahren, die zufällig in zwei Gruppen eingeteilt wurden: eine Gruppe führte täglich eine Mundspülung mit Kokosöl durch, die andere verwendete Chlorhexidin. Die Probandinnen sollten jeweils morgens nach dem Zähneputzen 2 bis 3 Minuten lang spülen, und zwar über einen Zeitraum von 30 Tagen. Das Bakterium Streptococcus mutans, der Hauptverursacher der Bildung von Zahnkaries, wurde im Speichel und in der Plaque mittels eines standardisierten Tests an den Tagen 1, 15 und 30 quantifiziert. Die Ergebnisse zeigten eine statistisch signifikante Abnahme der Zahl an S. mutans in beiden Gruppen zwischen Studienbeginn und Tag 30.

TagScore von S. mutans in der KokosölgruppeScore von S. mutans in der Chlorhexidin-Gruppe
02,201,72
11,761,52
151,241,00
300,840,68
Vergleich der durchschnittlichen S.-mutans-Scores im Speichel zwischen den Gruppen „Kokosöl“ und „Chlorhexidin“.
Quelle : BIJAPUR G. A. & al. Comparison of antibacterial efficacy of coconut oil and chlorhexidine on Streptococcus mutans: An in vivo study. Journal of International Society of Preventive & Community Dentistry (2016).

Bemerkenswert ist, dass kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Kokosöl und Chlorhexidin hinsichtlich ihrer antibakteriellen Wirksamkeit gegen dieses Bakterium festgestellt wurde.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Kokosöl die Belastung mit S. mutans vergleichbar mit Chlorhexidin in diesem speziellen Kontext reduzieren könnte. Allerdings ist zu beachten, dass die Studie eine begrenzte Stichprobengröße, eine spezifische Population und eine relativ kurze Dauer aufwies, was eine vorsichtige Interpretation dieser Schlussfolgerungen nahelegt.

Kann Kokosöl Hautinfektionen bekämpfen?

Die antibakteriellen Eigenschaften von Kokosöl wecken auch im dermatologischen Bereich Interesse. Mehrere experimentelle Studien haben seine Wirkung gegen Bakterien untersucht, die an Hautinfektionen beteiligt sind. Allerdings stammen die meisten verfügbaren Daten aus in vitro oder aus Tiermodellen, was eine vorsichtige Interpretation im Hinblick auf eine konkrete Anwendung erfordert.

Eine erste Studie befasste sich mit der Aktivität von nativem Kokosöl gegen Staphylococcus aureus, ein Bakterium, das häufig an Hautinfektionen beteiligt ist. Die Forscher bewerteten die hemmende Wirkung von Kokosöl auf einen isolierten Stamm mittels eines Verdünnungstests in Flüssigmedium. Die Ergebnisse bestätigten eine Hemmung des Bakterienwachstums bei einer Konzentration, die etwa 0,102 % Laurinsäure entspricht. Die Analyse mittels Elektronenmikroskopie zeigte Veränderungen an der bakteriellen Zellwand auf, was auf einen direkten zerstörerischen Mechanismus hindeutet. Darüber hinaus erhöhte Kokosöl signifikant die phagozytäre Aktivität der Makrophagen, was auf eine ergänzende immunmodulatorische Wirkung hinweist. Diese Daten legen nahe, dass natives Kokosöl eine direkte antibakterielle Wirkung mit einer potenziellen Unterstützung der angeborenen Immunantwort kombiniert.

Eine weitere Studie bewertete die Aktivität der Laurinsäure gegen Cutibacterium acnes, das Bakterium, das an der Entzündung bei Akne beteiligt ist. Die Ergebnisse in vitro zeigten, dass die Laurinsäure eine minimalinhibitorische Konzentration deutlich unter der von Benzoylperoxid, was auf eine ausgeprägtere antibakterielle Aktivität unter diesen Versuchsbedingungen hinweist. C. acnes erwies sich im Vergleich zu anderen im Rahmen der Studie getesteten Hautbakterien als besonders empfindlich gegenüber Laurinsäure.

Effets inhibiteurs de l’acide laurique sur la croissance de différentes bactéries.

Inhibitorische Wirkungen der Laurinsäure auf das Wachstum verschiedener Bakterien.

Quelle : HUANG C. M. & al. Antimicrobial property of lauric acid against Propionibacterium acnes: Its therapeutic potential for inflammatory acne vulgaris. Journal of Investigative Dermatology (2009).

Diese Ergebnisse unterstreichen das antimikrobielle Potenzial der Laurinsäure und damit in der Folge auch des nativen Kokosöls.

Es ist jedoch wichtig, daran zu erinnern, dass das Kokosöl besitzt eine reichhaltige, okklusive Textur und einen hohen komedogenen Index. Bei Personen mit zu Akne neigender Haut kann die reine Anwendung im Gesicht die Poren verstopfen und die theoretischen Vorteile ihrer antibakteriellen Aktivität neutralisieren. Trotz eines im Labor nachgewiesenen biologischen Potenzials raten wir daher Mischhaut, fettiger und zu Akne neigender Haut, vorsichtig zu sein und dieses Öl nicht pur anzuwenden.

Quellen

Diagnostic

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