Obwohl sie keinerlei Gefahr darstellen, können Milien von manchen Personen als unästhetisch empfunden werden.
Im Allgemeinen verschwinden „Milia“ innerhalb weniger Wochen bis Monate von selbst. Bei sekundären Miliumknoten können sie jedoch länger bestehen bleiben. Es stehen dann mehrere Lösungen zur Verfügung, um ihr Verschwinden zu beschleunigen.
Mechanische Extraktion von Milienkörnern.
Die Entfernung eines Milienkorns sollte von einer medizinischen Fachkraft durchgeführt werden, in der Regel von einem Dermatologen oder einer medizinisch ausgebildeten Kosmetikerin, die in dieser Technik geschult ist. Nach der Desinfektion der Haut nimmt der Spezialist mit Hilfe einer sterilen Nadel oder einer Lanzette eine sehr oberflächliche Mikroinzision vor, um die Mikrozyste zu eröffnen. Der keratinhaltige Inhalt wird anschließend vorsichtig mit einem Komedonenentferner, einer kleinen dermatologischen Kürette oder einem Wattestäbchen ausgedrückt. Diese Technik ist schnell durchführbar und in der Regel wenig schmerzhaft, sofern die Läsion oberflächlich liegt.
Topische Anwendung von Retinoiden.
Topische Retinoide wie Tretinoin oder Adapalen können in bestimmten Situationen verordnet werden, insbesondere bei multiplen Milien oder Milien in Plaques. Diese von Vitamin A abgeleiteten Moleküle stimulieren die Zellneuerung und fördern die Abschuppung der Hornschicht. Durch die beschleunigte Entfernung abgestorbener Zellen können sie den Keratinpfropf nach und nach lösen und so zum Verschwinden des Mikrozystchens beitragen.
Kryotherapie.
Kryotherapie besteht darin, flüssigen Stickstoff bei sehr niedriger Temperatur auf die Läsion aufzutragen. Die intensive Kälte führt zu einer kontrollierten Zerstörung der oberflächlichen Hautzellen. Dermatologinnen und Dermatologen verwenden in der Regel ein Wattestäbchen oder ein kryogenes Spray, um das Milienkörnchen gezielt zu behandeln. Nach der Behandlung kann der Bereich leicht gerötet sein oder eine kleine Kruste bilden, bevor sich die Haut regeneriert.
Abtragung mit CO₂-Laser.
Der CO₂‑Laser wird manchmal eingesetzt, wenn Milien zahlreich sind oder gegenüber anderen Methoden eine hohe Resistenz zeigen. Dieser Laser emittiert ein Licht, das von dem in den Hautzellen enthaltenen Wasser absorbiert wird und so eine sehr präzise Vaporisation der oberflächlichen Epidermisschicht ermöglicht, in der sich der Mikrozyste befindet. Die entstehende Wärme stimuliert zudem die Kollagenproduktion, was die Regeneration der Haut nach dem Eingriff fördert.
Elektrodesikkation.
Die Technik der Elektrodessikation beruht auf der Verwendung einer feinen leitfähigen Nadel, die mit einem schwachen elektrischen Strom verbunden ist. Wenn diese Nadel auf das verhornte Zentrum des Milienkorns aufgesetzt wird, führt die erzeugte Wärme zur Koagulation und Zerstörung des Mikrozysts. Die Läsion trocknet anschließend aus und fällt nach einigen Tagen ab.
Antibiotika.
In einigen besonderen Fällen, insbesondere wenn „Milia“ mit einer Hautentzündung oder einer dermatologischen Erkrankung einhergehen, kann eine medikamentöse Behandlung in Betracht gezogen werden. Antibiotika wie Minocyclin sind gelegentlich eingesetzt worden. Ihre Anwendung ist heute jedoch eingeschränkt: Seit Juni 2012 wird von der Verwendung minocyclinhaltiger Arzneimittel zur Behandlung von Akne abgeraten, da ein Risiko für kutane allergische Reaktionen besteht. Jede Verordnung muss daher mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden.
Es sei daran erinnert, dass diese Techniken von Fachpersonal durchgeführt werden müssen. Das Aufstechen eines Milienkörnchens in Eigenregie kann zur Bildung von Narben und zu Infektionen durch Bakterien, Pilze oder Viren führen, insbesondere wenn Hygiene- und Sterilisationsvorschriften nicht eingehalten werden.