Das Kokosöl ist bekannt für seine antimikrobiellen und beruhigenden Eigenschaften, die hauptsächlich seiner hohen Konzentration an mittelkettigen Fettsäuren, insbesondere der Laurinsäure, zugeschrieben werden. Im nativen Kokosöl, kann diese Fettsäure etwa 45 bis 52 % der Lipidzusammensetzung ausmachen. Laurinsäure kann durch bestimmte Enzyme, die Lipasen, in mehrere Derivate umgewandelt werden, darunter Monolaurin, Verbindungen mit sowohl hydrophilen als auch lipophilen Eigenschaften, die für ihre antimikrobielle Aktivität anerkannt sind.
Mehrere experimentelle Studien haben gezeigt, dass Laurinsäure und Monolaurin eine breitgefächerte antibakterielle, antifungale und antivirale Aktivität. Sie können insbesondere die Integrität der Membran bestimmter Mikroorganismen beeinträchtigen und tragen so zur Inaktivierung grampositiver Bakterien wie Staphylococcus aureus, von Hefen wie Candida albicans, sowie von behüllten Viren, darunter das Herpes-simplex-Virus (HSV) und das Vesikulärstomatitis-Virus (VSV). Diese Fähigkeit, Membranstrukturen zu stören, stellt einen der wichtigsten antimikrobiellen Mechanismen von Kokosöl.
Vor diesem Hintergrund entstand die Hypothese, dass Kokosöl eine Wirkung auf Warzen haben könnte. Zum Verständnis: Warzen werden durch das humane Papillomavirus (HPV) verursacht, ein Hautvirus. Im Gegensatz zu lipidumhüllten Viren, die empfindlich gegenüber Monolaurin sind, fehlt dem HPV jedoch eine Lipidhülle, was theoretisch die antivirale Wirksamkeit von Kokosöl einschränkt. Darüber hinaus erschwert das Fehlen verfügbarer Daten zu möglichen antiviralen Effekten von Kokosöl auf HPV eine fundierte Aussage über dessen Wirksamkeit bei der Behandlung von Warzen.
Demnach legt die biochemische Zusammensetzung von Kokosöl zwar ein antimikrobielles Potenzial nahe, doch muss sein Nutzen bei der Behandlung von Warzen in klinischen Studien noch bestätigt werden.