Glykolsäure ist ein aus Zuckerrohr gewonnenes kleines Molekül, das leicht in die Haut eindringt. Sie wirkt, indem sie die Bindungen zwischen abgestorbenen Hautzellen auflöst, fördert die Exfoliation und lässt eine glattere, strahlendere Haut zum Vorschein kommen. Obwohl sie effektiv die Hautstruktur und Hyperpigmentierung verbessert, kann Glykolsäure die Empfindlichkeit der Haut gegenüber ultraviolettem (UV-)Licht erhöhen.
Studien zeigen, dass Glycolsäure die Lichtempfindlichkeit der Haut tatsächlich erhöhen kann. In einer maßgeblichen Studie von KORNHAUSER A. et al. (2003) wurde bei 29 kaukasischen Probanden 10 % Glycolsäure (pH 3,5) auf den Rücken aufgetragen. Nach vierwöchiger täglicher Anwendung wurde die behandelte Haut UV-Licht ausgesetzt. Die Untersuchung zeigte, dass mit Glycolsäure behandelte Hautareale eine erhöhte UV-Empfindlichkeit aufwiesen, erkennbar an einer höheren Anzahl von Sonnenbrandzellen (SBCs) und einer geringeren minimalen Erythemdosis (MED), also der kleinsten UV-Strahlungsdosis, die eine sichtbare Rötung bzw. ein Erythem (Sonnenbrand) der Haut verursacht.
Interessanterweise waren Cyclobutylpyrimidindimere (CPDs) in der DNA – Marker für UV-induzierte Schäden – zwar erhöht, jedoch nicht statistisch signifikant. Dies deutet darauf hin, dass Glykolsäure oberflächliche Schäden (wie Erytheme und Sonnenbrandzellen [SBCs]) verstärkt, jedoch in diesem Kontext die tieferliegenden DNA-Schäden nicht wesentlich beeinflusst.
Die gute Nachricht ist, dass diese lichtsensibilisierende Wirkung vorübergehend zu sein scheint. In derselben Studie wurde beobachtet, dass eine einwöchige Unterbrechung der Glycolsäureanwendung ausreichte, damit die Haut ihre normale Sensibilität wiedererlangte. Das deutet darauf hin, dass bei angemessener zeitlicher Planung und ausreichendem Schutz die Anwendung von Glycolsäure keine langanhaltenden lichtsensibilisierenden Effekte hat.