Die Ergebnisse zeigen, dass nach der Anwendung der Produkte – sowohl abspülbarer als auch nicht abspülbarer Formulierungen – über einen Zeitraum von einem Tag bis zu fünf Wochen keine statistisch signifikante Veränderung in der Zusammensetzung oder Diversität des Mikrobioms beobachtet wurde.
Im Anschluss an diese Daten verglich eine weitere randomisierte, doppelblinde klinische Studie die Wirkung kosmetischer Produkte mit Konservierungsmitteln mit identischen Formulierungen ohne Konservierungsstoffe bei 26 Freiwilligen über drei Wochen. Die bakterielle Diversität und Abundanz wurden mittels 16S-rRNA-Sequenzierung analysiert, parallel zu klinischen Bewertungen durch 3D-Bildgebung. Wie erwartet blieb das Mikrobiom weiterhin von Haupttaxa wie Cutibacterium acnes, Corynebacterium und der Familie Neisseriaceae. Noch wichtiger war, dass die Anwendung der Formulierungen mit Konservierungsmitteln keine signifikante Veränderung des Hautmikrobioms bewirkte und keine mikrobielle Dysbiose hervorrief.
Diese Ergebnisse bestätigen, dass unter normalen Anwendungsbedingungen die Anwesenheit kosmetischer Konservierungsstoffe in einer Formulierung das Hautmikrobiom nicht stört.
Wie lassen sich die beobachteten Unterschiede zwischen Tests in vitro und Tests in vivo erklären?
Diese Unterschiede zwischen den Ergebnissen in vitro und in vivo lassen sich auf verschiedene Weise erklären. Im Labor werden die Mikroorganismen direkt den Konservierungsmitteln ausgesetzt, ohne die natürlichen Schutzmechanismen der Haut. Hingegen sind die Konservierungsmittel bei der kutanen Anwendung oft stärker verdünnt, ihre Kontaktzeit mit dem Mikrobiom ist begrenzt und ihre Wirksamkeit kann durch die Gesamtformulierung, das Sebum oder auch den pH-Wert der Haut.
Darüber hinaus verfügt das Hautmikrobiom über eine hohe Resilienz. Die Bakterien, die sich in den Haarfollikeln oder den Talgdrüsen können nach einer vorübergehenden Störung schnell wieder die Hautoberfläche besiedeln. Diese ökologische Dynamik trägt dazu bei, die Gesamtstabilität der mikrobiellen Gemeinschaft zu bewahren, selbst bei schwach persistierenden antimikrobiellen Wirkstoffen. Schließlich berücksichtigt die in vivo Bewertung Komplexität des Hautökosystems — Wechselwirkungen zwischen mikrobiellen Spezies, lokalen Immunantworten und der ständigen Erneuerung der Epidermis —, die in vereinfachten experimentellen Modellen fehlt.
All diese Faktoren erklären, warum die in vitro beobachtete antimikrobielle Aktivität bei normaler Anwendung kosmetischer Produkte mit Konservierungsmitteln nicht zu einer Dysbiose führt.