Kokosöl stellt kein besonderes Problem für empfindliche Haut dar, wird jedoch insbesondere verdächtigt, bei manchen Personen das Auftreten von Unreinheiten zu begünstigen.
Wenn man sich ausschließlich für die kutane Verträglichkeit interessiert, ist Kokosöl im Allgemeinen gut von der Haut toleriert, auch von empfindlicher Haut. Seine einfache lipidische Zusammensetzung, frei von bekannten irritierenden oder sensibilisierenden Molekülen, erklärt diese gute Verträglichkeit. In der Praxis kann es ohne Risiko von Schwangeren, von kleinen Kindern oder bei zu atopischem Ekzem neigender Haut.
Diese gute Verträglichkeit wird durch mehrere standardisierte dermatologische Bewertungen bestätigt. Phototoxizitäts- und Photosensibilisierungstests wurden an 27 Probanden durchgeführt, gemäß kontrollierten Protokollen mit gezielter UVA-Exposition. Unter diesen Bedingungen führte die Anwendung von Kokosnussöl zu keiner unerwünschten Hautreaktion, weder sofort noch verzögert. Kein Zeichen von Irritation, Unbehagen, phototoxischer oder photoallergischer Reaktion wurde von den betreuenden Dermatologen beobachtet. Weitere Studien haben zudem das primäre, kumulative und sensibilisierende Irritationspotenzial von Kokosnussöl mittels wiederholter Pflastertests bewertet. Auch hier sind die Ergebnisse beruhigend: Es konnte weder Hautreizungen noch Sensibilisierungen festgestellt werden, selbst nach wiederholten Anwendungen unter halb-okklusiven Pflastern bei 54 Probanden.
Diese Daten bestätigen, dass Kokosöl aus toxikologischer Sicht ein sicherer und gut verträglicher Inhaltsstoff ist.
Die Vorbehalte beziehen sich nicht direkt auf seine Hautsicherheit, sondern vielmehr auf seine Wirkungen bei Personen mit fettiger oder zu Akne neigender Haut, das Kokosöl einen Komedogenitätsindex von 4/5 aufweist. Dennoch ist die Frage der Komedogenität von Kokosöl nach wie vor relativ umstritten, und die verfügbaren Daten zeigen kein einheitliches Bild. Aus theoretischer Sicht lassen sein hoher Gehalt an gesättigten Fettsäuren und seine stark okklusive Eigenschaft vermuten, dass es die Verstopfung der pilosebaceösen Follikel begünstigen könnte, doch einige klinische Bewertungen relativieren diese Annahme.
Als Beispiel hat eine aktuelle Studie das komedogene Potenzial von nativem Kokosnussöl bei 33 Probanden mit Misch- bis fettiger Haut und aknetischer Neigung untersucht. Diese trugen das Öl drei Wochen lang täglich im Gesicht auf, und ein Dermatologe bewertete deren Seborrhö und deren Anzahl an Komedonen, Papeln und Pusteln.
Die Ergebnisse dieser Studie sind interessant: Es wurde weder eine Zunahme der Talgproduktion noch eine Erhöhung der Anzahl von Komedonen, Papeln oder Pusteln beobachtet.
Aufgrund dieser Beobachtungen schließen die Autoren, dass das getestete Kokosöl weder komedogen noch aknegen ist, auch nicht bei Probanden mit Misch- bis fettiger Haut. Diese Ergebnisse sollten jedoch vorsichtig interpretiert werden. Zum einen handelt es sich um eine begrenzte Probandenzahl, die nur über einen relativ kurzen Zeitraum beobachtet wurde. Zum anderen können die Hautverträglichkeit und die Entstehung von Komedonen von Individuum zu Individuum stark variieren. Auch wenn einige Studien nahelegen, dass Kokosöl von fettiger Haut gut toleriert wird, raten wir dennoch zu Vorsicht. Wenn Sie Misch- bis fettige Haut haben, ist es ratsam, pflanzliche Öle mit leichter Textur zu verwenden, wie das Jojobaöl oder das Haselnussöl.
Hinweis : Beim Auftragen aufs Haar, unabhängig von der Beschaffenheit der Haare, ist es ratsam, kein reines Kokosnussöl auf die Kopfhaut aufzutragen, da dies sie unnötig fettet. Was die Längen betrifft, kann es jedoch für dickes, lockiges oder krauses Haar geeignet sein.