Hyaluronsäure unterscheidet sich nicht nur durch ihre chemische Form, sondern auch durch ihr Molekulargewicht, einen weiteren Parameter, der ihr Verhalten auf der Haut bestimmt.
Die hochmolekularen Formen verbleiben überwiegend an der Oberfläche: Sie bilden einen Schutzfilm, reduzieren die unmerkliche Wasserverdunstung und sorgen für einen sofortigen Glättungseffekt. Im Gegensatz dazu dringen Hyaluronsäuren mit mittlerem bis niedrigem Molekulargewicht stärker in die oberflächlichen Schichten der Epidermis, wo sie die Hydratation nachhaltiger stärken und zur Aufrechterhaltung der Barrierefunktion. Sehr niedrigmolekulare Hyaluronsäuren interagieren intensiver mit den Hautzellen und können die Aktivität der Fibroblasten stimulieren und damit die endogene Hyaluronsäuresynthese fördern.
In der Praxis ist es sinnvoll, mehrere Molekulargewichte von Hyaluronsäure in einem einzigen Hautpflegeprodukt zu kombinieren, um auf unterschiedlichen Hautschichten zu wirken.
Mehrere Teams haben sich mit der Frage der kutanen Penetration von Hyaluronsäure in Abhängigkeit vom Molekulargewicht befasst. Eine Studie in vitro untersuchte daher vergleichend die Fähigkeit von zwölf Hyaluronsäure-Formen mit sehr unterschiedlichen Molekulargewichten, nach topischer Anwendung die Haut zu durchdringen. In dieser Untersuchung nutzten die Forschenden ein Franz-Zell-Diffusionsmodell, um die Penetration der Hyaluronsäure in Epidermis und Dermis zu analysieren. Getestet wurden zwölf Formen, die von sehr niedrigem Molekulargewicht (400 Da bis 1 kDa) bis hin zu deutlich höheren (bis 2 000 kDa sowie einer vernetzten Form) reichten.
Die Ergebnisse zeigen, dass alle Formen der Hyaluronsäure in der Lage sind, die Hautbarriere, mit einer bereits 30 Minuten nach der Anwendung nachweisbaren Penetration. Allerdings variiert die Effizienz dieser Penetration deutlich je nach Molekülgröße: niedermolekulare Hyaluronsäuren dringen effektiver und tiefer ein, insbesondere in die Dermis, mit kumulierten Raten von bis zu 63–78 % nach 24 Stunden, während hochmolekulare Formen eine begrenztere, wenn auch messbare Penetration aufweisen.
Die statistischen Analysen bestätigen eine signifikante inverse Korrelation zwischen dem Molekulargewicht und der Hautpenetration: Je größer das Molekül, desto geringer ist seine Diffusion in die Haut.