Dennoch bleibt dieses Schutzniveau deutlich unter dem allgemein empfohlenen Mindest-LSF von 30, um Hautschäden durch Sonnenexposition, insbesondere Sonnenbrand, die Lichtalterung und die Erhöhung des Risikos von Krebserkrankungen.
Um die tatsächliche Schutzwirkung genauer zu bestimmen, befasste sich eine im Jahr 2017 von WIDIYATI durchgeführte Studie mit der UV-Filteraktivität einer Creme, die aus Kokosöl. Die spektrophotometrische Analyse zeigte, dass diese Formulierung vor allem Strahlung im UVC-Bereich absorbierte (200–280 nm). Allerdings werden diese Wellenlängen nahezu vollständig von der Erdatmosphäre herausgefiltert und tragen nicht in nennenswertem Maße zu den biologischen Effekten bei, die mit der täglichen Sonnenexposition verbunden sind.
Die Creme mit Kokosöl wies hingegen eine vernachlässigbare Absorption im UVB-Bereich (280–315 nm) und im UVA-Bereich (315–400 nm) auf, die genau für Sonnenbrand, Lichtalterung und das Krebsrisiko verantwortlich sind. Zum Vergleich zeigten Formulierungen, die anerkannte Sonnenschutzfilter integreierten, wie den Titandioxid oder Benzophenon-3, wiesen eine Absorption auf, die jeweils von den UVC bis zum UVA bzw. von den UVB bis zum UVA reichte. Diese Ergebnisse zeigen, dass reines Kokosöl nicht als wirksamer Sonnenschutzfilter betrachtet werden kann.
Die alleinige Verwendung von Kokosöl als Sonnenschutz setzt die Haut somit einem realen Schadensrisiko aus, da es ein trügerisches Sicherheitsgefühl vermitteln kann.
Im Gegensatz dazu kann Kokosöl dank seiner emollienten Eigenschaften und seiner reichhaltigen, relipidierenden Lipide in der After-Sun-Pflege, wo es dazu beiträgt, eine durch Sonneneinstrahlung geschädigte Haut zu nähren und geschmeidig zu machen. Es kann jedoch keinen Sonnenschutz ersetzen.