Die eingewachsenen Haare treten auf, wenn das Haar statt die Hautoberfläche korrekt zu durchdringen, unter die Epidermis wächst oder sich im Haarfollikel krümmt. Dieses Phänomen tritt häufig nach der Rasur oder Haarentfernung auf, insbesondere in Bereichen, die wiederholt Reibung ausgesetzt sind, etwa im Bikinibereich, unter den Achseln und an den Beinen. Verschiedene Faktoren können sein Auftreten begünstigen, etwa eine Hyperkeratinisierung, die die Follikelöffnung verstopft, trockene Haut oder auch die lockige oder dicke Struktur des Haares. Die eingewachsenen Haare äußern sich durch kleine rote Papeln, die mitunter schmerzhaft sind und in eine ausgeprägtere Entzündung übergehen können, in einigen Fällen sogar in eine sekundäre Infektion. Ihr Erscheinungsbild kann an kleine Pickel erinnern, wobei gelegentlich ein Haar unter der Haut sichtbar ist.
Es ist wichtig zu betonen, dass bis heute keine Studie die Wirksamkeit von Schwarzkümmelöl zur Vorbeugung oder Behandlung eingewachsener Haare untersucht hat.
Das Schwarzkümmelöl ist vor allem für seine nährenden, antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt, die insbesondere auf seinem Gehalt an Fettsäuren und Thymochinon beruhen. Auch wenn diese Effekte dazu beitragen können, den Hautkomfort zu verbessern und gereizte Haut zu beruhigen, wirken sie nicht auf die zentralen Mechanismen ein, die für eingewachsene Haare verantwortlich sind, insbesondere auf den Keratinüberschuss, der die Follikelverstopfung verursacht. Das entzündungshemmende Potenzial des Schwarzkümmelöls könnte hypothetisch dabei helfen, Rötungen zu lindern, die mit einem bereits vorhandenen eingewachsenen Haar einhergehen, doch es gibt keine Daten, die belegen, dass es dessen Entstehung begrenzt oder das Herauswachsen des Haares an die Hautoberfläche erleichtert.
In der Praxis basiert die Prävention von eingewachsenen Haaren beruht vor allem auf einfachen Maßnahmen. Zunächst wird empfohlen, die Haut regelmäßig mit keratolytischen Wirkstoffen zu exfolieren, um die Ansammlung abgestorbener Zellen zu begrenzen, eine gute Hautfeuchtigkeit aufrechtzuerhalten, um die Elastizität der Hornschicht zu bewahren, und die Techniken der Rasur oder der Enthaarung (saubere Klinge, Rasur in Wuchsrichtung der Haare, wiederholte Züge vermeiden). Das Tragen locker sitzender Kleidung nach der Enthaarung und die Anwendung beruhigender Pflegeprodukte können ebenfalls dazu beitragen, lokale Entzündungen vorzubeugen. Diese Maßnahmen bleiben bis heute die effektivsten Ansätze, um das Risiko eingewachsener Haare zu begrenzen, wobei Schwarzkümmelöl bestenfalls als eine komfortpflegende Anwendung ohne nachgewiesene vorbeugende Wirkung.