Natriumalginat wird ebenfalls als System zur Vektorisierung von Wirkstoffen eingesetzt. Dank seiner polymeren Struktur kann es bestimmte Moleküle einkapseln und ihre allmähliche Freisetzung ermöglichen, wodurch ihre Verfügbarkeit auf der Hautoberfläche optimiert wird. Diese Eigenschaft ist besonders interessant, um der Haut Wirkstoffe zuzuführen, die alleine Schwierigkeiten haben, die Hautbarriere zu überwinden, sei es aufgrund ihres zu hohen Molekulargewichts oder ihres hydrophilen Charakters.
Schließlich haben mehrere Arbeiten aus dem biomedizinischen Bereich gezeigt, dass Natriumalginat interessant sein kann, um die Wundheilung der Haut zu fördern. In Form von Hydrogelen ist es in der Lage, ein feuchtes, für die Wundheilung günstiges Milieu aufrechtzuerhalten, während es zugleich Exsudate absorbiert und die Wunde schützt. Studien zeigen, dass Natriumalginat die Reepithelialisierung und die Angiogenese, das heißt die Bildung neuer Blutgefäße, fördern kann. Noch interessanter ist, dass einige Arbeiten darauf hinweisen, dass alginatbasierte Strukturen mit dem lokalen Immunsystem interagieren können, insbesondere mit Makrophagen, Zellen, die in der Entzündungsphase der Wundheilung eine Rolle spielen.
Eine aktuelle Studie zu einem Hydrogel, das Natriumalginat und Bioglas kombiniert, hat einen präzisen Mechanismus aufgezeigt: Dieser Materialtyp fördert die Polarisierung von Makrophagen zu einem M2-Phänotyp, der mit einer entzündungshemmenden und regenerativen Antwort assoziiert ist.
Diese „reparierenden“ Makrophagen rekrutieren anschließend weitere Schlüsselzellen, wie Fibroblasten, die an der Synthese von Bestandteilen der extrazellulären Matrix beteiligt sind, sowie Endothelzellen, die für die Bildung neuer Blutgefäße erforderlich sind. Diese verschiedenen Prozesse tragen dazu bei, die kutane Regeneration zu beschleunigen. Diese Daten legen nahe, dass Natriumalginat über seine Rolle als Trägermaterial hinaus die Entzündungsreaktion modulieren kann. Obwohl diese Ergebnisse aus experimentellen Modellen stammen, eröffnen sie interessante Perspektiven für den Einsatz von Natriumalginat in wundheilungsfördernden Behandlungen.