Auch wenn keine klinische Studie formell nachgewiesen hat, dass die Anwendung von Schwarzkümmelöl das Haar stärkt, lässt seine Zusammensetzung vermuten, dass es eine Rolle beim Schutz und bei der Widerstandsfähigkeit der Haarfasern spielen könnte.
Das Schwarzkümmelöl ist sehr reich an ungesättigten Fettsäuren, darunter Ölsäure. Letztere ist natürlich im Hydrolipidfilm, der die Haarfasern umhüllt, eine schützende halb-wässrige, halb-fettige Mischung, die die Austrocknung begrenzt und die Auswirkungen äußerer Einflüsse (UV-Strahlung, Wind, Temperaturschwankungen…) verringert. Indem man Lipide zuführt, die denen ähneln, die physiologisch an der Haaroberfläche vorkommen, könnte das Auftragen von Schwarzkümmelöl auf das Haar dazu beitragen, diese Lipidbarriere zu stärken – ohne dass man diesen Effekt jedoch exakt quantifizieren könnte.
Sie enthält außerdem einen bemerkenswerten Anteil an Palmitinsäure, einer gesättigten Fettsäure, deren Struktur derjenigen der in der Cuticula, der äußeren Schuppenschicht des Haares, vorkommenden Lipide ähnelt. Analog zu anderen pflanzlichen Ölen, die gesättigte Fettsäuren enthalten, ist es plausibel, dass diese Lipide sich zwischen den Schuppen einlagern und zu einer besseren Zusammenhalt der Cuticula. Jedoch reduziert eine homogenere Cuticula die Porosität der Faser, wodurch der Kortex – die keratinreiche Zwischenschicht, die für die Elastizität der Haare entscheidend ist – indirekt mechanisch geschützt wird. Dieser Mechanismus lässt vermuten, dass die Anwendung von Schwarzkümmelsamenöl könnte bei trockenem, geschwächtem oder geschädigtem Haar relevant sein, auch wenn seine Wirksamkeit noch nachgewiesen werden muss.