Glänzende und häufig zu Unreinheiten neigende Haut kann unangenehm sein. Während verschiedene Wirkstoffe ihr Erscheinungsbild verbessern können, hat man in den letzten Jahren ein besonderes Augenmerk auf L-Carnitin gerichtet. Was ist dieser Wirkstoff? Welche Vorteile bietet er für fettige Haut? Erfahren Sie mehr im Folgenden.

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L-Carnitin und fettige Haut: welche Wirkungen sind zu erwarten?
L-Carnitin: eine natürliche Lösung für fettige Haut?
Die fettige Haut ist gekennzeichnet durch eine übermäßige Sebumproduktion der Talgdrüsen, das heißt eine Hyperseborrhö. Dieses Sebum, das hauptsächlich aus Triglyzeriden, Wachsestern, Squalen und freien Fettsäuren besteht, erfüllt normalerweise eine schützende Funktion, da es Bestandteil des Hydrolipidfilms ist, der die Hydratation und Elastizität der Epidermis bewahrt. Wird es jedoch im Überschuss produziert, kann es zu einem glänzenden Erscheinungsbild, einer unregelmäßigen Hautstruktur und einem erhöhten Risiko für verstopfte Poren führen. Die Hyperseborrhö kann durch hormonelle Faktoren entstehen, namentlich eine erhöhte Empfindlichkeit der Talgdrüsen gegenüber Androgenen, aber auch durch genetische Veranlagungen, ein Ungleichgewicht des Hautmikrobioms oder Umweltfaktoren.
Um eine fettige Haut zu pflegen, sollte man darauf achten, überschüssigen Talg zu reduzieren, ohne dabei die Hautbarriere zu beeinträchtigen.
Vor diesem Hintergrund ist die L-Carnitin scheint für fettige Haut interessant, da es eine Rolle im zellulären Energiestoffwechsel spielt. Dieses Molekül wirkt als Transporter langkettiger Fettsäuren, die es zu den Mitochondrien transportieren, wo sie oxidiert und in Energie umgewandelt werden. In den Talgdrüsen beruht ein großer Teil der Sebumproduktion auf der Verfügbarkeit dieser Fettsäuren. Durch die Förderung ihrer Nutzung in den Mitochondrien könnte L-Carnitin dazu beitragen, die intrazellulären Lipidreserven zu begrenzen und so die Sebumsynthese zu reduzieren. Dieser Mechanismus beruht insbesondere auf der Aktivierung der Carnitin-Acyltransferase, eines Enzyms, das am mitochondrialen Transport von Fettsäuren beteiligt ist.
Eine Studie untersuchte die Wirksamkeit von L-Carnitin bei der Regulation der Sebumproduktion mittels einer in vitro-Herangehensweise. Die Forscher verwendeten eine humane Talgdrüsenzelllinie (SZ95), um die Auswirkungen des Moleküls auf den Lipidstoffwechsel zu erforschen. Bei Exposition gegenüber Konzentrationen von 0,5 % und 1 % L-Carnitin zeigten diese Zellen eine signifikante Steigerung der β-Oxidation, d. h. des Abbaus von Fettsäuren in den Mitochondrien. Parallel dazu nahm die intrazelluläre Lipidmenge dosisabhängig ab, was auf eine Verringerung des Vorrats für die Sebumsynthese hinweist.

Klinische Studien haben sich ebenfalls mit der Wirkung von topisch appliziertem L-Carnitin auf die Sebumproduktion befasst. Die erzielten Ergebnisse sind vielversprechend, und zwei davon werden in der nachstehenden Tabelle dargestellt:
Studie | Anzahl der Freiwilligen | Protokoll | Ergebnisse |
---|---|---|---|
WENCK & al. (2012) | 21 Frauen | Kontrollierte, randomisierte Split-Face-Studie. Auf der Stirn wurde eine kosmetische Formulierung mit 2 % L-Carnitin oder Vehikel zweimal täglich über 3 Wochen aufgetragen. Die Sebumsekretion wurde mittels Sebutape gemessen und mit einem visuellen 7-Stufen-Score bewertet. | Nach 3 Wochen zeigte sich im Vergleich zum Vehikel eine signifikante Abnahme der Sebumsekretionsrate (Score: −0,71 ± 0,96, P = 0,0027). Bereits nach 2 Wochen bestand eine Tendenz zur deutlichen Reduktion (Score: −0,52 ± 0,87, P = 0,0123). Die Formulierung wurde gut vertragen, es traten keine unerwünschten Reaktionen auf. |
DETUDOM & al. (2023) | 90 Probanden | Randomisierte klinische Studie mit drei Gruppen: Creme mit 2 % L-Carnitin, 5 % EGCG oder einer Kombination beider Wirkstoffe. Zweimal tägliche Anwendung über 4 Wochen. Messungen von Sebum, Hydratation und transepidermalem Wasserverlust (TEWL) in Woche 0, 1, 2 und 4. | Alle Gruppen zeigten im Vergleich zum Ausgangswert eine signifikante Reduktion des Sebums (p < 0,01). Anti-Sebum: L-Carnitin 34,8 %, EGCG 41,4 %, Kombination 43,5 %. Die Kombination erwies sich als signifikant wirksamer als L-Carnitin allein. Verbesserte Hydratation und hohe Zufriedenheit der Teilnehmer. |
Quellen
CHESSA L. & al. L-carnitine enhances resistance to oxidative stress by reducing DNA damage in Ataxia telangiectasia cells. Mutation Research (2008).
MARCOVICI G. & al. Inhibition of inflammatory gene expression in keratinocytes using a composition containing carnitine, thioctic acid and saw palmetto extract. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine (2011).
WENCK H. & al. Topically applied L-carnitine effectively reduces sebum secretion in human skin. Journal of Cosmetic Dermatology (2012).
MAIBACH H. I. & al. Oily skin: An overview. Skin Pharmacology and Physiology (2012).
MILLER R. A. & al. Oily skin: A review of treatment options. The Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology (2017).
PEDRE-PINEIRO A. M. & al. Significance of L-carnitine for human health. IUBMB Life (2017).
DETUDOM P. & al. Efficacy of anti-sebum moisturizing cream containing 2% l-carnitine and 5% epigallocatechin gallate in seborrhea: A randomized clinical trial. Journal of Cosmetic Dermatology (2023).
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