Auch wenn das Schwitzen in erster Linie ein Mechanismus der Thermoregulation ist, spielt es ebenfalls eine weniger offensichtliche, aber reale Rolle im physiologischen Gleichgewicht der Haut. Der von den ekkrinen Schweißdrüsen produzierte Schweiß besteht nicht nur aus Wasser: Er enthält ebenfalls eine Vielzahl von Molekülen, wie Natrium, Kalium, Laktat, Harnstoff sowie bestimmte Aminosäuren, die an der Aufrechterhaltung der Hydratation der Haut beteiligt sind.
Einige dieser Verbindungen gehören zu dem, was man die natürlichen Feuchthaltefaktoren nennt, deren Aufgabe es ist, Wasser in der Hornschicht zurückzuhalten, der äußersten Schicht der Epidermis.
Über ihre hydratisierende Wirkung hinaus scheint Schweiß auch an der Abwehr der Haut gegen äußere Angriffe beteiligt zu sein. Die Schweißdrüsen sind in der Lage, antimikrobielle Peptide wie Dermcidin, Cathelicidin oder auch Lactoferrin zu produzieren und zu sezernieren. Diese Moleküle tragen dazu bei, die Vermehrung bestimmter Mikroorganismen auf der Hautoberfläche zu begrenzen und wirken so am Erhalt des Hautmikrobioms mit. Schwitzen könnte somit in gewissem Maße zum Schutz vor bestimmten Hautinfektionen beitragen, auch wenn diese Rolle noch weiter erforscht wird.
Schweiß ist ebenfalls an der Aufrechterhaltung der Säurewirkung an der Hautoberfläche beteiligt. Tatsächlich tragen einige seiner Bestandteile, wie etwa Laktat, dazu bei, einen pH-Wert leicht sauer zu halten, im Bereich von etwa 4,5–5,5. Dies ist förderlich für das Gleichgewicht des Mikrobioms und die Integrität der Hautbarriere. Dieser Säuregrad begrenzt insbesondere das Wachstum pathogener Bakterien und unterstützt die Aktivität der Enzyme, die am Erneuerungsprozess der Hornschicht beteiligt sind.
Hinweis : Während ein moderates Schwitzen zur Hydratation und zum Schutz der Haut beitragen kann, kann übermäßiges, anhaltendes Schwitzen oder Schwitzen unter Okklusion, wie etwa durch enge Kleidung, die Hautbarriere hingegen schwächen und Irritationen begünstigen. Der Einfluss von Schweiß auf die Haut hängt daher vom Kontext und von seiner Intensität ab.