Tatsächlich gehört nächtliches Schwitzen zu den häufigen Beschwerden, die durch die Menopause bedingt sind. Der Rückgang der Östrogene stört die Temperaturregulation, indem er die Schwelle für das Einsetzen der Schweißproduktion herabsetzt. Bereits geringe Temperaturschwankungen können dann ausreichen, um Hitzewallungen auszulösen, die häufig nachts auftreten. Es ist zudem zu beachten, dass bei Männern ein Testosteronabfall ebenfalls mit ähnlichen Symptomen einhergehen kann, auch wenn dies seltener vorkommt.
Bestimmte Erkrankungen und Medikamente können ebenfalls nächtliche Schweißausbrüche verursachen.
Die Hyperthyreose erhöht beispielsweise den Grundumsatz, was zu einer gesteigerten Wärmeproduktion und damit zu vermehrtem Schwitzen, einschließlich nächtlichem Schwitzen, führt. Ebenso können bei Menschen mit Diabetes nächtliche Hypoglykämieepisoden das sympathische Nervensystem aktivieren und starke Schweißausbrüche auslösen. Auch die gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) wird bisweilen in diesem Zusammenhang erwähnt. Obwohl der Zusammenhang in Studien nicht durchgängig nachgewiesen werden konnte, deuten einige klinische Beobachtungen darauf hin, dass nächtliche Refluxepisoden, die mit Unwohlsein oder Schmerzen einhergehen, Schweißausbrüche auslösen können. Antidepressiva oder bestimmte Antibabypillen scheinen ebenfalls mit nächtlichen Schweißausbrüchen assoziiert zu sein, doch gibt es hierzu bislang nur wenige Studien.
In einigen Fällen können nächtliche Schweißausbrüche mit schwerwiegenderen Erkrankungen verbunden sein, auch wenn dies relativ selten ist. Bestimmte Infektionen (Tuberkulose, HIV, Mononukleose, Endokarditis) können mit Fieber und nächtlichem Schwitzen einhergehen. Hämatologische Erkrankungen, wie Lymphome oder Leukämien, sind ebenfalls mit nächtlichen Schweißausbrüchen assoziiert, häufig begleitet von weiteren Symptomen wie ungewolltem Gewichtsverlust, Müdigkeit oder anhaltendem Fieber. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass in der Mehrzahl der Fälle nächtliche Schweißausbrüche nicht mit einer schweren Erkrankung verbunden sind.
Eine ärztliche Konsultation wird dennoch empfohlen, wenn nächtliche Schweißausbrüche stark, anhaltend oder ungewöhnlich sind oder wenn sie von weiteren Symptomen begleitet werden. Andernfalls reicht es häufig aus, den Lebensstil anzupassen, um sie zu verbessern.