Die Behandlung der Kälteurtikaria basiert in erster Linie auf Prävention und dem Ausschluss des auslösenden Faktors, nämlich der Kälteeinwirkung.
Im Alltag erfolgt dies durch Schutzmaßnahmen. So wird beispielsweise empfohlen, im Winter warme Kleidung zu tragen (Handschuhe, Schal, Mütze), den direkten Kontakt mit kalten Gegenständen zu vermeiden, bei stark gekühlten Getränken oder Speisen Vorsicht walten zu lassen und auf das Baden in kaltem Wasser (unbeheiztes Schwimmbecken, See, Meer) zu verzichten.
Medizinisch beruht die Behandlung hauptsächlich auf der Einnahme vonAntihistaminika peroral, die vom Arzt verordnet werden. Diese Medikamente blockieren die Wirkung von Histamin, dem Schlüsselmediator der Urtikaria, und sind im Allgemeinen wirksam, um das Auftreten von Quaddeln zu verhindern oder deren Intensität zu verringern. Die Dosierung und Dauer der Behandlung mit Antihistaminika werden entsprechend der Schwere und Häufigkeit der Symptome angepasst. In schwereren Formen, insbesondere wenn bereits eine durch Kältereiz ausgelöste anaphylaktische Reaktion beobachtet wurde, kann ein Adrenalin-Autoinjektor kann präventiv verschrieben werden. Er muss im Notfall bei einer schweren generalisierten Reaktion angewendet werden.
In schweren oder gegenüber klassischen Behandlungen resistenten Fällen können gezieltere Therapieoptionen erwogen werden. Eine klinische Studie beschrieb den Fall einer Jugendlichen mit Kälteurtikaria, deren Symptome sich über zwei Jahre hinweg trotz einer Behandlung mit H1-Antihistaminika und Leukotrien-Antagonisten. Die Reaktionen, anfänglich kutan, wurden bei Eintauchungen in kaltes Wasser, insbesondere im Meerwasser, systemisch. Die Einführung einer Anti-IgE-Therapie führte zum vollständigen Verschwinden der klinischen Manifestationen.