Die meisten geruchsbezogenen Veränderungen, die mit der Einnahme von Medikamenten zusammenhängen, sind nicht auf den Wirkstoff selbst zurückzuführen, sondern auf seine Fähigkeit, die Produktion von Schweiß anzuregen.
Einige Wirkstoffe interferieren mit dem autonomen Nervensystem, das unsere automatischen Funktionen reguliert, darunter die Körpertemperatur. Indem sie ein fehlerhaftes Signal an die Schweißdrüsen senden, lösen diese Medikamente eine starke Schweißproduktion aus, obwohl der Körper sich gar nicht abkühlen muss. Dieses vermehrte Vorhandensein von Wasser und Nährstoffen an der Hautoberfläche bietet einen idealen Nährboden für Bakterien. Je mehr Material den Bakterien zur Zersetzung zur Verfügung steht, desto mehr geruchsaktive flüchtige Verbindungen werden freigesetzt, was den natürlichen Körpergeruch verstärkt.
Dieses Phänomen übermäßigen Schwitzens wird häufig bei Antidepressiva und Anxiolytika beobachtet. Diese Behandlungen verändern die Konzentration von Neurotransmittern wie Serotonin oder Noradrenalin, die an der Thermoregulation im Gehirn beteiligt sind. Durch die Störung dieses inneren Thermostats verursachen sie Nachtschweiß oder Hitzewallungen. Dieser Effekt findet sich auch bei bestimmten Hormonbehandlungen oder Medikamenten gegen Bluthochdruck, wie Captopril oder Enalapril, die die Blutgefäße erweitern und dadurch indirekt die Hautdrüsen aktivieren können.
Diese Liste ist nicht vollständig: Zidovudin, Tramadol, Pregabalin, Tamoxifen, Codein, Bupropionhydrochlorid oder auch Paroxetinmesilat können ebenfalls die Schweißproduktion steigern.
Seltener verändern bestimmte Medikamente die „chemische Signatur“ unserer Sekrete. Nach der Einnahme wird das Medikament in der Leber in kleinere Moleküle, sogenannte Metaboliten, zerlegt. Wenn diese Rückstände einen starken Geruch aufweisen und nicht vollständig über die Nieren ausgeschieden werden, werden sie über die Hautporen abgegeben. Dies ist der Fall bei einigen Antibiotika, insbesondere Penicillin, dessen schwefelhaltige Moleküle über das Blut zu den apokrinen Drüsen transportiert werden. Der Schweiß erhält dann einen charakteristischen Geruch, der häufig als sauer oder chemisch beschrieben wird.
Schließlich verändern bestimmte Behandlungen das Gleichgewicht des Hautmikrobioms. Indem sie einige „gute“ Bakterien zugunsten anderer, geruchsintensiverer Arten eliminieren, können Medikamente wie Breitbandantibiotika den Körpergeruch dauerhaft verändern. Die Veränderung geht dann nicht vom Inneren des Körpers aus, sondern von der Modifikation des lebenden Ökosystems an seiner Oberfläche. Dieses Ungleichgewicht, auch wenn es vorübergehend ist, erfordert häufig besondere Aufmerksamkeit für die Hygiene und die Wahl von Reinigungsprodukten, die den physiologischen pH-Wert respektieren, um eine gesunde Hautflora wiederherzustellen.
Wenn Sie nach Beginn einer neuen Behandlung eine anhaltende und/oder störende Veränderung Ihres Körpergeruchs bemerken, zögern Sie nicht, den Rat Ihrer behandelnden Ärztin bzw. Ihres behandelnden Arztes einzuholen.