Über seine unmittelbaren Effekte hinaus kann Wärme auch das Verhalten bestimmter Hauterkrankungen beeinflussen. Zum Beispiel ist der Pityriasis versicolor, eine Infektion, die mit dem Pilz Malassezia furfur zusammenhängt, wird durch eine warme und feuchte Umgebung begünstigt. Er äußert sich durch das Auftreten schuppender Flecken unterschiedlicher Farbe (weißlich, rosafarben, bräunlich), die hauptsächlich am Rumpf, am Hals oder an den Schultern lokalisiert sind. Wärme und Schwitzen schaffen ein Milieu, das die Vermehrung dieses Mikroorganismus begünstigt, was die Häufigkeit von Rückfällen im Sommer erklärt.
Hitze kann auch bestimmte chronische Entzündungskrankheiten verschlimmern, wie Ekzeme, Psoriasis, Rosazea, Nesselsucht (Urtikaria) oder auch Lichen. Im Fall von Ekzemen zum Beispiel fördert Wärme das Schwitzen, was die Haut reizen und Schübe auslösen kann. Indem sie zudem die Hautbarriere schwächt, erhöht Hitze die Durchlässigkeit der Haut, was das Eindringen von Allergenen und reizenden Substanzen erleichtert.
Darüber hinaus können starke Hitzeperioden auch die Wahrnehmung bestimmter Dermatosen wie Akne beeinflussen. Viele Menschen beobachten im Sommer eine scheinbare Besserung ihrer Akne, insbesondere im Zusammenhang mit Sonnenexposition, die die Läsionen austrocknen und Unregelmäßigkeiten durch einen vorübergehenden entzündungshemmenden Effekt kaschieren kann. Dieser Effekt ist jedoch häufig nur vorübergehend: Im Herbst, wenn die Sonnenexposition abnimmt, wird häufig ein sogenannter Rebound-Effekt beobachtet, bei dem die Läsionen mitunter verstärkt wiederkehren, im Zusammenhang mit einer Hyperkeratinisierung und einer gesteigerten Talgproduktion.
Zu beachten : Wenn die Wärme an sich nicht direkt für Hautkrebserkrankungen und Sonnenbrände verantwortlich ist, geht sie häufig mit einer erhöhten Exposition gegenüber UV-Strahlung einher, dem Haupt-Risikofaktor.
Im Sommer nimmt die im Freien verbrachte Zeit zu, ebenso wie die Intensität der Sonnenstrahlung, die häufig mit dem Wärmeempfinden korreliert ist. Daher ist es mehr als notwendig, die Haut systematisch mit einem Sonnenschutzmittel während der Sommerperiode zu schützen und die Anwendung zu wiederholen bei längerer Exposition, um kurz- und langfristige Schäden zu verhindern.