Bei einem infizierten eingewachsenen Haar ist die erste Regel, die Pustel nicht aufzustechen, um den Eiter zu entleeren.
Diese Manipulation, die häufig mit den Fingern oder einem nicht sterilen Gegenstand durchgeführt wird, begünstigt die Einschleusung neuer Bakterien in den bereits infizierten Haarfollikel. Sie kann dadurch die lokale Entzündung verschlimmern, die Infektionsdauer verlängern und das Risiko von Komplikationen erhöhen, wie etwa die Bildung von Furunkeln, die einer tiefen Infektion des Haar-Talg-Follikels entsprechen.
Die Behandlung beruht in erster Linie auf angepassten Hygienemaßnahmen. Es wird empfohlen, den betroffenen Bereich ein- bis zweimal täglich vorsichtig mit lauwarmem Wasser und einem milden Reiniger zu reinigen, um die bakterielle Proliferation einzudämmen, ohne die Hautbarriere zusätzlich zu beeinträchtigen. Die tägliche Anwendung eines lokalen Antiseptikums kann ebenfalls in Erwägung gezogen werden, um die bakterielle Belastung zu reduzieren.
In ausgeprägten Entzündungsfällen kann die Gesundheitsfachkraft zudem eine steroidhaltige Creme bei eingewachsenen Haaren empfehlen, um die Entzündung und das peripfolliculäre Ödem zu reduzieren. Es ist ebenfalls unerlässlich, jegliche Form der Haarentfernung oder Rasur auszusetzen im betroffenen Bereich, bis die Läsionen vollständig abgeklungen sind, um eine Fortführung der Entzündung und das Auftreten neuer Follikelinfektionen zu vermeiden.
In der Mehrzahl der Fälle bleibt die mit einem eingewachsenen Haar einhergehende Infektion oberflächlich und vorübergehend, mit einer Abheilung innerhalb weniger Tage. Entwickeln sich die Läsionen jedoch zu sehr schmerzhaften, ausgedehnten Formen, treten Allgemeinsymptome auf oder entsteht ein Abszess, ist eine dermatologische Konsultation notwendig. Je nach Schweregrad kann der Arzt topische oder oral verabreichte Antibiotika verordnen, um die bakterielle Infektion zu kontrollieren. Weitere lokale Ansätze können ebenfalls empfohlen werden, wie zum Beispiel Benzoylperoxid, mit antibakteriellen Eigenschaften, oder Retinoide topisch, die dazu beitragen, die Follikelkeratinisierung zu normalisieren und Rezidive zu begrenzen.
In bestimmten Fällen können alternative therapeutische Ansätze in Betracht gezogen werden. Wenn infizierte eingewachsene Haare zu anhaltenden Pigmentflecken, insbesondere bei dunklen Hauttypen, kann der Dermatologe den Einsatz depigmentierender Wirkstoffe wie Hydrochinon. Es wirkt durch Hemmung der Tyrosinase, eines Schlüsselenzyms im Melaninsyntheseprozess, und ermöglicht eine schrittweise Verringerung der postinflammatorischen Hyperpigmentierung.
Bei Patienten mit infizierten eingewachsenen Haaren häufig und gegenüber klassischen Maßnahmen resistent, insbesondere im Rahmen der Pseudofolliculitis barbae, stellt der Laser eine interessante grundlegende Behandlungsoption dar. Durch die gezielte Reduktion des Haarfollikels sowie der Haardichte und -steifigkeit verringert der Laser das Risiko eines subkutanen Nachwachsens und damit einhergehender entzündlicher und infektiöser Phänomene.
Außerdem, insbesondere bei Frauen, kann auch die topische Anwendung von Eflornithin vorgeschlagen werden. Dieser Wirkstoff hemmt die Ornithin-Decarboxylase, ein Enzym, das am Haarwachstum beteiligt ist, wodurch das Haarwachstum verlangsamt wird. Indem sie die Häufigkeit der Rasur oder Epilation reduziert, trägt sie indirekt dazu bei, eingewachsene Haare und assoziierte Follikelinfektionen zu begrenzen.
Schließlich, wenn infizierte eingewachsene Haare im Kontext einer übermäßigen oder ungewöhnlichen Körperbehaarung, kann eine endokrinologische Konsultation sinnvoll sein. Ein hormonelles Ungleichgewicht, insbesondere eine Hyperandrogenämie, kann eine dichte und dicke Körperbehaarung fördern und dadurch mechanisch das Risiko für eingewachsene Haare und chronische Follikulitiden erhöhen.