In der Kosmetik ermöglichen bestimmte Kombinationen von Inhaltsstoffen, die Wirksamkeit von Formulierungen zu verstärken. Dies trifft insbesondere auf Ferulasäure zu, ein starkes Antioxidans, das in Synergie mit weiteren aktiven Wirkstoffen wirkt. Mit welchen Inhaltsstoffen lässt sie sich am besten kombinieren? Im Folgenden finden Sie die Wirkstoffe, die sich sinnvoll mit Ferulasäure kombinieren lassen.

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- Mit welchen Wirkstoffen sollte Ferulasäure kombiniert werden?
Mit welchen Wirkstoffen sollte Ferulasäure kombiniert werden?
- Kombination Nr. 1: Ferulasäure und Ashitaba-Extrakt
- Kombination Nr. 2: Ferulasäure und Resveratrol
- Kombination Nr. 3: Ferulasäure, Vitamin C und Vitamin E
- Kombination Nr. 4: Ferulasäure und Retinol
- Kombination Nr. 5: Ferulasäure und Niacinamid
- Kombination Nr. 6: Ferulasäure und Hyaluronsäure
- Kombination Nr. 7: Ferulasäure und Salicylsäure
- Kombination Nr. 8: Ferulasäure und Glykolsäure
- Quellen
Kombination Nr. 1: Ferulasäure und Ashitaba-Extrakt.
Es ist zunächst möglich, Ferulasäure mit dem Ashitaba-Extrakt, einer in Japan als Symbol der Langlebigkeit geltenden Heilpflanze. Diese Kombination könnte insbesondere geeignet sein, um die Haut vor oxidativem Stress zu schützen und der Hautalterung vorzubeugen. Ferulasäure ist ein bekanntes Antioxidans, das freie Radikale neutralisiert und andere Antioxidantien wie Vitamin C oder Vitamin E stabilisiert. Reich an Flavonoiden ist das Ashitaba-Extrakt Der Ashitaba-Extrakt ist dafür bekannt, bestimmte zelluläre Reparaturwege zu aktivieren, insbesondere durch die Induktion der Autophagie, einen intrazellulären Schutz- und Recyclingmechanismus, der Abfallstoffe, funktionsgestörte und abgestorbene Zellen beseitigt, um ihre Ansammlung zu verhindern. Außerdem kann der Ashitaba-Extrakt freie Radikale abfangen.
Die Ferulasäure und das Ashitaba-Extrakt verfügen somit über komplementäre Wirkmechanismen, die relevant sein könnten, um das Auftreten von Alterszeichen zu verlangsamen. Es bleibt jedoch schwierig zu behaupten, dass sie synergistisch wirken. Tatsächlich hat bis heute keine klinische Studie die Wirksamkeit dieser Kombination untersucht. Einzelne Studien, die jeweils nur einen der Wirkstoffe behandeln, haben deren positive Effekte zwar belegt, erlauben jedoch keine abschließende Bewertung des Nutzens einer gemeinsamen Anwendung.
Kombination Nr. 2: Ferulasäure und Resveratrol.
Die Kombination aus Ferulasäure und Resveratrol wird häufig in Betracht gezogen, um die antioxidativen Abwehrkräfte der Haut zu stärken. Resveratrol, ein Polyphenol, das insbesondere in der Traubenhaut vorkommt, ist dafür bekannt, den Sirtuin-Weg zu aktivieren, insbesondere SIRT1, der an der Regulation der Zellalterung beteiligt ist. Im Gegensatz zur Ferulasäure, die hauptsächlich durch Neutralisierung freier Radikale und Stabilisierung anderer Antioxidantien wirkt, entfaltet Resveratrol eine eher indirekte Wirkung, indem es endogene zelluläre Abwehrmechanismen stimuliert. Der Reiz dieser Kombination liegt daher in der Verbindung einer unmittelbaren antioxidativen Wirkung mit der Aktivierung tieferliegender zellulärer Schutzmechanismen, insbesondere um die Haut vor dem durch wiederholte UV- oder Schadstoffbelastung ausgelösten oxidativen Stress zu schützen.
Eine Studie in vitro hat die antioxidativen Effekte verschiedener Kombinationen aus Resveratrol und Ferulasäure untersucht, um die effektivsten Proportionen zu ermitteln. Dafür nutzten die Forschenden wässrige Resveratrollösungen in Kombination mit einer hydroalkoholischen Resveratrollösung. Mehrere Mischungsverhältnisse wurden getestet. Die antioxidative Aktivität dieser Gemische wurde mittels der DPPH- und ABTS-Methoden gemessen, zwei Standardtests zur Bewertung der Fähigkeit zur Neutralisierung freier Radikale. Die stärkste antioxidative Wirkung zeigte die Lösung mit 3 % Resveratrol und 0,5 % Ferulasäure. Auch wenn es sich um präklinische Daten handelt, deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass die Kombination von Ferulasäure und Resveratrol vielversprechend sein könnte, um die Haut vor oxidativem Stress zu schützen.
Ferulasäure-/Resveratrol-Lösung | ABTS-Methode (%) | DPPH-Methode (%) |
---|---|---|
0,5% Ferulasäure + 1% Resveratrol | 93,909 ± 1,0599 | 72,444 ± 1,210 |
0,5 % Ferulasäure + 3 % Resveratrol | 94,788 ± 0,422 | 78,8070 ± 1,725 |
0,5 % Ferulasäure + 5 % Resveratrol | 94,518 ± 0,352 | 66,316 ± 1,2406 |
Kombination Nr. 3: Ferulasäure, Vitamin C und Vitamin E.
Die Kombination aus Vitamin C und Vitamin E mit Ferulasäure beruht auf einer gut dokumentierten Komplementarität dieser drei Antioxidantien. Vitamin C, wasserlöslich, wirkt vor allem in der wässrigen Phase des Gewebes, während Vitamin E, fettlöslich, lipidhaltige Strukturen, insbesondere Zellmembranen, vor Oxidation schützt. Ferulasäure wiederum spielt eine stabilisierende und synergistische Rolle: Sie verstärkt die Wirksamkeit dieser beiden Vitamine und begrenzt gleichzeitig deren Abbau, insbesondere den von Vitamin C, das für seine Instabilität in wässriger Lösung bekannt ist. Die Kombination dieser drei Verbindungen ermöglicht eine breitere antioxidative Abdeckung und eine stabilere Pflege, zum Beispiel zur Vorbeugung von Photoaging.
Eine Studie in vivo – besonders interessant – wurde durchgeführt, um die photoprotektive Wirksamkeit eines Komplexes zu bewerten, der 15 % L-Ascorbinsäure (Vitamin C), 1 % Alpha-Tocopherol (Vitamin E) und 0,5 % Ferulasäure enthält und in der Studie CEFer genannt wird. Nach topischer Applikation dieser Formulierung oder des Vehikels über vier Tage auf menschliche Hautareale setzten die Forschenden diese Zonen einer UV-Strahlung aus, die das Sonnenlicht simulierte, in Dosen von zwei- bis zehnfacher MED. Zur Erinnerung: Die MED ist die minimal-erythematogene Dosis, das heißt die minimal erforderliche UV-Dosis zur Induktion eines Sonnenbrands.
Die Ergebnisse zeigten im Gegensatz zum Vehikel einen signifikanten Schutz vor UV-induzierten Schäden. CEFer verringerte deutlich das Auftreten von Erythemen und sogenannter "Sonnenbrand"-Zellen, von 31,5 ± 14,3 beim Vehikel auf 8,4 ± 7 mit CEFer. "Sonnenbrand"-Zellen sind durch UV geschädigte Keratinozyten, die in Apoptose gehen, um die Weitergabe von DNA-Mutationen zu verhindern. Die Analyse der Zytokine zeigte außerdem eine Abnahme der Expression proinflammatorischer Mediatoren wie Interleukin IL-1α, IL-6, IL-8, IL-10 und TNF-α. Diese Studie verdeutlicht die starke Synergie zwischen den drei Antioxidantien Ferulasäure, Vitamin C und Vitamin E, die nicht nur zur Stabilisierung der Formulierung beiträgt, sondern auch einen multifaktoriellen Schutz gegenüber dem durch UV induzierten oxidativen Stress.

Kombination Nr. 4: Ferulasäure und Retinol.
Es ist auch möglich, Ferulasäure mit Retinol. Diese Kombination ist besonders interessant, um der Hauterschlaffung vorzubeugen oder sie gezielt anzugehen. Denn das Retinol ist bekannt für seine Wirkung auf die Zellregeneration und seine Fähigkeit, die Kollagensynthese anzuregen, was es zu einem unverzichtbaren Wirkstoff für reifere Haut macht. Es kann sinnvoll sein, es mit Ferulasäure zu kombinieren, deren starke antioxidative Eigenschaften die Wirkung von Retinol ergänzen können, um die Entstehung von Alterungszeichen zu verlangsamen. Darüber hinaus wird vermutet, dass Ferulasäure zur Stabilisierung von Retinoiden in Formulierungen beiträgt, indem sie deren Oxidation und Abbau durch Licht oder Luft begrenzt.
Eine jüngste Studie an humanen HaCaT-Keratinocyten zeigte die synergistischen Effekte von Retinol und Ferulasäure. Die Keratinocyten wurden zunächst mit UVB (54 mJ/cm²) bestrahlt, um Zellschäden zu induzieren. Anschließend wurden die Zellen 24 h lang mit unterschiedlichen Konzentrationen von Retinol und Ferulasäure behandelt, einzeln oder in Kombination. Retinol zeigte ab 90 nM eine deutliche Toxizität, während Ferulasäure selbst bei hohen Dosen die Zellviabilität nicht beeinträchtigte. Verschiedene Retinol:Ferulasäure-Verhältnisse wurden getestet (1:0, 1:1, 1:2, etc), und der optimale synergistische Effekt wurde bei einer Konzentration von 100 μM Retinol und 120 nM Ferulasäure beobachtet.
Bei diesen Konzentrationen schützte das Retinol/Ferulasäure-Duo die Zellen wirksam vor oxidativem Stress. Im Vergleich zur Kontrollgruppe sank der MDA-Spiegel, ein Produkt der Lipidperoxidation, deutlich (von 40,07 auf 17,95 U/mg Protein), während die Werte der antioxidativen Enzyme SOD, GSH und CAT signifikant anstiegen, wie in der untenstehenden Tabelle dargestellt. Auch die Produktion reaktiver Sauerstoffspezies wurde reduziert, ebenso wie die Expression des Enzyms COX-2, das die Umwandlung von Arachidonsäure in Prostaglandin H₂ katalysiert.
Antioxidatives Enzym | Ferulasäure und Retinol | Kontrolle |
---|---|---|
SOD | 1,47 U/mg Protein | 0,48 U/mg Protein |
GSH | 39,34 U/mg Protein | 25,16 U/mg Protein |
CAT | 303,1 nmol/mg Protein | 66,5 nmol/mg Protein |
Kombination Nr. 5: Ferulasäure und Niacinamid.
Ferulasäure kann auch mit Niacinamid, das in der Kosmetik aufgrund seiner großen Vielseitigkeit mit einem Schweizer Taschenmesser verglichen werden kann. Niacinamid besitzt nämlich antioxidative, entzündungshemmende und depigmentierende Eigenschaften sowie die Fähigkeit, die Hautbarriere zu stärken. In Kombination mit Ferulasäure könnte dieses Molekül von verbesserter Stabilität profitieren und der Haut einen besseren Schutz vor oxidativem Stress.
Eine Studie hat die Wirkung einer Kombination aus 5 % Niacinamid und 0,5 % Ferulasäure in einer täglich von 13 Probanden aufgetragenen Emulsion bewertet. Das Protokoll, wenn auch an einer kleinen Stichprobe durchgeführt, umfasste eine Placebokontrolle, wodurch der Einfluss der Formel besser erfasst werden konnte. Die Gleichmäßigkeit des Teints, die Hautfeuchtigkeit und die Hautelastizität wurden mit Instrumenten gemessen: dem Mexameter für die Pigmentierung, dem Corneometer für die Feuchtigkeitsmessung und dem Elastometer für die Elastizität. Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Verbesserung dieser Parameter im Vergleich zum Placebo. Bedauerlicherweise wurde jedoch keine Gruppe ausschließlich mit Niacinamid oder Ferulasäure behandelt. Dadurch ist es schwierig zu bestimmen, ob die beobachteten Effekte auf einer Synergie der beiden Wirkstoffe beruhen oder hauptsächlich einem von ihnen zuzuschreiben sind.

Kombination Nr. 6: Ferulasäure und Hyaluronsäure.
Es könnte auch sinnvoll sein, Ferulasäure mit der Hyaluronsäure. In der Kosmetik weit verbreitet, ist letztere vor allem für ihre Fähigkeit bekannt, Wasser in das Hautgewebe zu binden. Tatsächlich kann die Hyaluronsäure je nach Molekulargewicht bis zum 1.000-fachen ihres Gewichts an Wasser speichern, was zur Stärkung der Barrierefunktion beiträgt. Die Kombination mit Ferulasäure würde theoretisch ermöglichen, zwei Hautproblematiken gezielt anzugehen: Dehydratation und oxidativen Stress. Diese Kombination wäre auch galenisch sinnvoll, da sowohl Hyaluronsäure als auch Ferulasäure bevorzugt in wässrigen Lösungen eingesetzt werden. Bisher wurden sie jedoch nicht gemeinsam getestet, im Gegensatz zu den individuellen Wirkungen von Ferulasäure und Hyaluronsäure.
In Ermangelung klinischer Daten können wir einfach annehmen, dass diese Wirkstoffe synergistisch wirken könnten.
Kombination Nr. 7: Ferulasäure und Salicylsäure.
Ferulasäure könnte auch mit der Salicylsäure. Kombiniert werden. In der Kosmetik und Dermatologie weit verbreitet, ist letztere eine lipophile Beta-Hydroxylsäure (BHA), die tief in die Poren eindringen und sie von Ablagerungen befreien kann. Die Salicylsäure ist insbesondere für ihre Fähigkeit bekannt, Mitesser zu entfernen. Durch die Kombination mit Ferulasäure könnten theoretisch zwei komplementäre Wirkmechanismen adressiert werden: der eine zielt darauf ab, Unreinheiten zu mildern, der andere darauf, die Haut vor oxidativem Stress zu schützen. Dieser Ansatz ist umso schlüssiger, da oxidativer Stress selbst Unreinheiten verschlimmern kann. Freie Radikale können nämlich das Squalen im Talg zu Squalenperoxid, einem komedogenen Stoff, oxidieren. Es ist zu beachten, dass niedrige Spiegel an Vitamin E, einem lipophilen Antioxidans, das natürlicherweise im Talg vorkommt, mit Akne in Verbindung gebracht wurden, sodass einige Wissenschaftler das Vitamin E als Marker für den Schweregrad dieser Hauterkrankung betrachten.
Auch hier bleibt diese Synergie theoretisch, da bis heute keine Studie die kombinierten Effekte von Ferulasäure und Salicylsäure untersucht hat.
Kombination Nr. 8: Ferulasäure und Glykolsäure.
Schließlich könnte Ferulasäure potenziell mit der Glykolsäure, eine niedermolekulare Alpha-Hydroxysäure (AHA), die für ihre exfolierenden Eigenschaften bekannt ist, da sie in der Lage ist, interkorneozytäre Bindungen aufzulösen. Dadurch hilft Glykolsäure, einen strahlenderen Teint wiederherzustellen. Ihre Kombination mit Ferulasäure könnte daher interessant für fahle Haut oder mit Pigmentflecken. Tatsächlich spielt oxidativer Stress eine wichtige Rolle bei der Entstehung brauner Flecken, indem er die Tyrosinase aktiviert, ein essentielles Enzym für den reibungslosen Ablauf der Melanogenese. Durch die Neutralisierung freier Radikale könnte Ferulasäure die Hyperpigmentierung an der Quelle hemmen, während Glykolsäure ihre Abschwächung durch Förderung der Zellerneuerung beschleunigen würde.
Bis heute wurde in keiner klinischen Studie die potenzielle Synergie zwischen Ferulasäure und Glykolsäure untersucht. Es handelt sich daher vorerst um eine Hypothese.
Quellen
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