Zwar in der Kosmetik noch wenig bekannt, gewinnen native Nopalzellen aufgrund ihres Reichtums an bioaktiven Verbindungen jedoch zunehmend an Interesse.
Die nativen Nopalzellen enthalten insbesondere Verbindungen mit guter antioxidativer Aktivität, wie pflanzliche Sterole und Vitamin E. Zur Erinnerung: Antioxidantien sind Moleküle, die mit freien Radikalen. Sie werden natürlicherweise durch den Zellstoffwechsel gebildet und können im Überschuss entstehen, wenn die Haut Umweltstressfaktoren wie UV-Strahlung oder Verschmutzung ausgesetzt ist. Aufgrund ihrer chemischen Instabilität können freie Radikale mit Zellbestandteilen reagieren und so zur allmählichen Schädigung der Hautstrukturen beitragen. Die Zufuhr von Antioxidantien hilft der Haut, den oxidativen Stress, was zu ihrer Alterung beiträgt. Der hohe Gehalt an Antioxidantien in Nopalzellen lässt vermuten, dass sie einen präventiven Effekt auf die Falten und andere Alterserscheinungen.
Außerdem integrieren sich die nativen Nopalzellen, in eine lipophile Phase eingebettet, ebenfalls in einen Ansatz zur Unterstützung der Barrierefunktion. Ihre Verteilung in einem pflanzlichen Öl ermöglicht es, der Haut Fettsäuren zuzuführen, die für ihre strukturelle Rolle im hydrolipidischen Film. Dieser stellt eine essenzielle Schnittstelle zwischen Haut und Umwelt dar, trägt zur Begrenzung des transepidermalen Wasserverlusts bei und schützt die Hornschicht vor äußeren Einflüssen. Die Stärkung dieser Barriere wird allgemein mit geschmeidigerer und angenehmerer Haut assoziiert.
Die Nopalzellen enthalten außerdem Polysaccharide aus dem Schleim der Pflanze. Diese hydrophilen Makromoleküle sind für ihre Fähigkeit bekannt, Wasser zu binden und an der Hautoberfläche einen leichten Film zu bilden. Dieser Film kann dazu beitragen, ein stabileres Hautmilieu aufrechtzuerhalten und Spannungsgefühle zu mindern, insbesondere wenn die Haut bestimmten klimatischen Bedingungen ausgesetzt ist, wie einer trockenen oder kalten Umgebung.
Dennoch müssen diese Eigenschaften mangels klinischer Studien als Hypothesen betrachtet werden, die auf den Konstituenten der Nopalzellen beruhen, und nicht als nachgewiesene Effekte auf die Haut.