Die Diagnose des Lupus beruht auf einem schrittweisen Vorgehen, das häufig mit einer eigentlichen medizinischen Untersuchung verglichen wird. Aufgrund der Vielfalt der Anzeichen von Lupus ist kein einzelner Test ausreichend, um die Diagnose zu stellen.
Die biologischen Untersuchungen zum Nachweis von Lupus.
Der erste Schritt besteht im Allgemeinen in einer Blutentnahme zur Bestimmung antinukleärer Antikörper (ANA), deren internationaler Referenzschwellenwert in der Regel bei einer Verdünnung von 1:80 festgelegt ist. Unterhalb dieses Schwellenwerts ist die Wahrscheinlichkeit gering. Oberhalb davon, insbesondere ab 1:160 oder 1:320, wird das Signal „rauschend“ und macht die Suche nach spezifischeren Antikörpern erforderlich, wie z. B. Anti-dsDNA oder Anti-Sm. Für die Antikörper gegen native DNA (Anti-dsDNA)gilt ein Wert von über 7 oder 10 IU/mL (je nach verwendeter Methode) häufig als positiv und sehr suggestiv für einen Lupusschub, insbesondere wenn dieser Wert von Monat zu Monat rasch ansteigt. Was die Anti-Sm-Antikörperbetrifft, so ist bereits ihr bloßes Vorhandensein, selbst in niedriger Konzentration, ein starker Marker für Lupus. Sie werden in anderen Erkrankungen nahezu nie gefunden. Die Bestimmung des Komplements (Gruppe von Bluteiweißen), insbesondere von C3 und C4, ist ebenfalls entscheidend. Wenn C3 unter 0,80 oder 0,90 g/L und C4 unter 0,15 g/L fällt, bedeutet dies, dass der Organismus seine eigenen Abwehrmechanismen einsetzt, um seine Gewebe anzugreifen.
Die Beurteilung der Organbeteiligungen zur Vervollständigung der Lupusdiagnose.
Gezielte Untersuchungen werden durchgeführt, um mögliche innere Schädigungen zu erkennen. Eine Überwachung des Serumkreatinins ist entscheidend, um die Nierengesundheit zu beurteilen. Der Normalbereich liegt zwischen 60 und 110 µmol/L, also etwa 0,7 bis 1,2 mg/dL. Ein Wert, der diese Grenzen überschreitet oder plötzlich stark ansteigt, kann auf eine beginnende Niereninsuffizienz hindeuten. Das eigentliche Alarmsignal ergibt sich häufig aus der Urinanalyse. Das Vorhandensein von Proteinen (Proteinurie) von mehr als 0,5 g/24 h ist die kritische Schwelle, die auf eine Organfunktionsstörung hinweist. Wird eine Auffälligkeit festgestellt, kann eine Nierenbiopsie erforderlich sein, um den Schweregrad der Erkrankung zu beurteilen. Schließlich ermöglichen Untersuchungen wie MRT oder Herzultraschall zu überprüfen, ob Gehirn oder Herz-Kreislauf-System nicht entzündet sind.
Die Diagnose der lupusbedingten Photosensibilität.
Unter den Symptomen nimmt die Photosensibilität einen besonderen Stellenwert ein. Sie bezeichnet eine übermäßige Reaktion der Haut auf UV-Strahlen. Bereits eine kurze Sonnenexposition kann einen typischen Hautausschlag auslösen, aber auch einen allgemeineren Lupusschub provozieren. Dieses Phänomen stellt zudem ein wichtiges Kriterium bei der Diagnose des systemischen Lupus erythematodes dar. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Sonnenbrand tritt der Lupus-Herd („Plaque“) häufig erst 24 bis 48 Stunden nach der Exposition auf. In spezialisierten Zentren wird die Toleranzschwelle mittels Phototest bestimmt. Eine kleine Hautfläche (meist am Rücken) wird dabei ansteigend hohen UV-Dosen ausgesetzt, um die minimale erythematöse Dosis (MED) zu ermitteln. Reagiert die Haut bereits auf eine sehr geringe Dosis, die das Immunsystem einer gesunden Person ignorieren würde, ist eine objektive Photosensibilität bestätigt.